Lauenburg

Bilderbuch-Sommer macht den Vögeln zu schaffen

Trockenheit Wasserschalen im Garten schaffen Linderung

Lauenburg.  Jede Pfütze weit und breit ist ausgetrocknet, auch der eine Regentag in der vergangenen Woche änderte daran nichts. Bei anhaltender Trockenheit leiden die Vögel. Darum rät der Naturschutzbund (Nabu) jetzt dazu, Vogeltränken aufzustellen. Der Lauenburger Hobby-Ornithologe Hans-Dieter Zerbe weiß: „Da reicht schon ein einfacher Blumentopf-Untersetzer, gefüllt mit klarem Wasser.“ Amsel, Spatz und Co. lassen sich dann dort nicht nur gerne zum Trinken nieder, sondern auch zum Baden.

„Das Bad brauchen fast alle Vögel für die Pflege ihres Gefieders“, erklärt Zerbe. Staub und Milben werden dadurch herausgewaschen, die Tiere schütteln sich ein paar Mal kräftig – und schon fliegen sie wieder los. Denn durch das Fett aus der Bürzeldrüse, das die Vögel mit ihrem Schnabel im Gefieder verteilen, perlt Wasser einfach ab. Zerbe: „Nur der Kormoran hat kein gefettetes Gefieder, weil er gut tauchen können muss. Darum trocknet er seine Flügel im Wind.“

Wer eine Vogeltränke aufstellen will, sollte sie regelmäßig reinigen. „Am besten jeden zweiten bis dritten Tag mit einer Bürste die Algenablagerungen am Rand entfernen und das Wasser erneuern“, rät der Hobby-Ornithologe. Das ist nicht nur ratsam wegen der Algen, die sich sonst bilden. Die Vögel können sich sonst auch durch Kotverunreinigung mit Infektionskrankheiten anstecken.

Ein Standort im Schatten oder Halbschatten wird gern angenommen. Möglichst sicher vor Katzen sollte er sein – und so mancher Gartenbesitzer wird die durstigen Badegäste gerne beobachten. „Es gibt auch wunderschöne Vogeltränken auf Ständern“, so Zerbe. Die erfreuen zwar das Auge des Menschen, den Tieren jedoch ist das Aussehen völlig egal – genau wie bei Futterhäuschen. „Einem Vogel ist ein grüner Zweig lieber als ein goldener Käfig“, zitiert Hans-Dieter Zerbe in chinesisches Sprichwort.

Nicht nur bei Trockenheit, sondern ganzjährig sollte man den Vögeln helfen, meint der Lauenburger: „An jeden Futterplatz gehört auch eine Wasserschale.“ Wer einen Stein hineinlegt, schafft einen weiteren, willkommenen Ansitz für gefiederte Besucher. Wie erfinderisch Vögel werden können, wenn Wasserflächen knapp sind, erlebte Hans-Dieter Zerbe vor vielen Jahren. „Ein Gelbspötter schlug mit seinen Flügeln ins betaute Laub, verschaffte sich so eine Dusche – das sogenannte Taubaden.“

Auf der Internet-Plattform Youtube gibt es eine Anleitung des Nabu für einen „Swimmingpool für Vögel“, den man in einen Baum hängen kann.