Lauenburg

Ohne Hochwasserschutz gibt es keine Kredite – was tun?

SPD-Politikerin im Gespräch mit Bewohnern der Altstadt

Lauenburg.  Fünf Jahre nach dem Elbehochwasser von 2013 sind einige Hausbesitzer in der Altstadt immer noch ratlos, wie sie die Kosten für notwendige Sanierungen stemmen sollen. Denn wer den Eigenanteil nicht aus Ersparnissen bestreiten kann, ist auf einen Kredit von der Bank angewiesen. Das Problem: Wegen des fehlenden Hochwasserschutzes erkennen die Banken das Haus nicht als Sicherheit an.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Wagner-Bockey war nach Lauenburg gekommen, um mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Wie berichtet, hatte sie vor einigen Wochen bereits eine Kleine Anfrage gestellt. Unter anderem ging es darum, ob das Land in solchen Fällen Bürgschaften übernehmen könne. Die Antwort: Für direkte Bürgschaftshilfen des Landes zugunsten von Privatpersonen gebe es im Haushaltsgesetz keine Rechtsgrundlage.

„Wo, wenn nicht in Kiel, besteht die Möglichkeit, diese gesetzliche Grundlage zu ändern“, empörte sich Wolfgang Betge von der Betroffenengemeinschaft Hochwasser. Jörg Sönksen berichtete von einem Lauenburger, der für das Elternhaus seine Geschwister auszahlen wolle. Doch einen Kredit erhält er dafür nicht. Auch ein Verkauf des Hauses sei schwierig. Denn Interessenten springen oft ab, weil die Banken den Kauf nicht finanzieren wollen.

„In der kommenden Woche werde ich mich mit zwei Fraktionskolleginnen aus den Ressorts Finanzen und Umwelt zusammensetzen. Wir werden über Möglichkeiten nachdenken, wie man hier helfen kann“, versprach Kathrin Wagner-Bockey.

Der Frust unter den Altstadtbewohnern ist groß. Sie haben sich nicht nur mit hochkomplexen Anträgen für Wiederaufbauhilfen herumgeplagt und lange auf das Geld gewartet. Nun gehen auch die Planungen für den Hochwasserschutz nur langsam voran, vor 2028 wird er nicht abgeschlossen sein. Eine weitere Sorge: Ist die Koordinationsstelle bei der Stadt gut aufgehoben? „Das ist doch eigentlich ein Vorhaben, das für fünf Ingenieure von Fachbüros reicht,“ meinte eine Lauenburgerin. Und Jörg Sönksen vermutet darin sogar eine „Low-Budget-Lösung“. Umso wichtiger sei es, immer wieder Zwischenstände zu erfragen, betonte die SPD-Politikerin.

Einig war man sich an diesem Abend, dass Lauenburg bei Hochwasser im wahrsten Sinne des Wortes ausbadet, was an der Oberelbe jahrelang durch Eindeichungen passiert ist. „Die Elbe muss wieder Platz bekommen. Und das wäre eigentlich eine Aufgabe des Bundes“, sagte eine Teilnehmerin.