Landesbetrieb Straßenbau

Ortsumfahrung B 209: Planung hat begonnen

Dichter Verkehr auf der Hafenstraße (B 209).

Dichter Verkehr auf der Hafenstraße (B 209).

Foto: Elke Richel / BGZ

Lauenburg. Das Land übernimmt nun doch die Planung der innerörtlichen Verlegung der B 209. Die Stadt ist damit aus der Verantwortung.

Da wird Bauamtsleiter Reinhard Nieberg ein Stein vom Herzen gefallen sein. Seit gestern steht fest: Die Stadt muss nun doch nicht die Planung der innerörtlichen Verlegung der B 209 koordinieren. Vor einem Jahr hatten Bürgermeister Andreas Thiede und Vertreter des Bürgeraktionsbündnisses „Lauenburg reicht’s!“ (BAB) in Kiel diese Vereinbarung ausgehandelt, damit es für die Ortsumfahrung überhaupt eine Chance gibt. Bis dahin hatte das Land diese aufgrund fehlender Planungskapazitäten gar nicht auf dem Zettel gehabt.

Doch wie in der vergangenen Woche berichtet, wirkte dieser Lösungsansatz keineswegs beschleunigend auf die Planung des Mammutprojektes. Nach einem Jahr gab es zwischen der Stadt und dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr noch nicht mal eine Abstimmung über die Eckpfeiler, geschweige denn über die Höhe der Kostenübernahme für die Planung.

Vielschichtige Planung des Projektes

Lauenburgs Bauamtsleiter hatte in der Vergangenheit nie einen Hehl daraus gemacht, nicht besonders glücklich über die vom Land übertragene Verantwortung zu sein. Immerhin müssen bei der Planung der neuen Trasse nicht nur städtebauliche Aspekte beachtet werden, sondern auch Belange der Deutschen Bahn, Erfordernisse des Hochwasserschutzes und Fragen des Naturschutzes. „Ich will nicht ausschließen, dass wir am Ende die Finger davon lassen“, hatte Nieberg noch im Februar gesagt.

Landesbetrieb hat erste Schritte eingeleitet

Diese Sorgen muss er sich nun nicht mehr machen, denn ab sofort beginnt der Landesbetrieb Straßenbau mit der Planung der neuen Trasse. Möglich wurde dies, weil die Behörde durch die bundeseigene Projektmanagement-Gesellschaft DEGES entlastet wird, deren Planer jetzt die Verantwortung für übergeordnete Straßenprojekte übernommen haben. Von den nunmehr frei werdenden Kapazitäten profitiert die Ortsumfahrung der B 209, die es in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes geschafft hatte. „Wir haben uns sofort an die Arbeit gemacht und erste Schritte eingeleitet“, sagt Britta Lüth vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr.

Bürgerbündnis wertet neue Situation als Erfolg

„Das ist zwar eine Rolle rückwärts, aber vielleicht in die richtige Richtung“, kommentiert der BAB-Sprecher, Heinz Victor, die neue Situation. Nach den vielen Verzögerungen des vergangenen Jahres gibt er sich nun vorsichtig optimistisch: „Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, dass ab sofort die Planung beginnen soll. Wir werden aber aufpassen, dass es nicht bei der bloßen Ankündigung bleibt und nun wirklich Bewegung in die Sache kommt“, kündigt er an.

Bürgermeister Andreas Thiede zweifelt nicht daran, dass die Planung der neuen Trasse der B 209 durch das Industriegebiet jetzt Fahrt aufnimmt. Er sei überrascht und erfreut über die neue Entwicklung, sagte er gestern. „Auch wenn natürlich noch kein konkreter Fertigstellungstermin benannt werden kann, ist es eine gute Nachricht“, so der Verwaltungschef.