Tourismusbilanz

Kurzurlaub: Lauenburg - die Stadt für eine Nacht

Tourismusmanagerin Dorotheé Meyer

Tourismusmanagerin Dorotheé Meyer

Foto: Elke Richel / BGZ

Lauenburg. Lauenburg lag 2017 bei Kurzurlaubern im Trend. Die Touristeninformation vermittelte 200 Übernachtungen mehr als im Vorjahr.

Das statistische Landesamt hat die Zahlen ausgewertet: Demnach sind die Übernachtungszahlen in Lauenburg 2017 um 0,6 Prozent gesunken. Die Touristinformation hat allerdings fast 200 Übernachtungen mehr gegenüber dem Vorjahr vermittelt. Der scheinbare Widerspruch klärt sich schnell auf: In der Statistik des Landes werden nur Betriebe mit mehr als zehn Betten erfasst. Lauenburg hat aber eine Vielzahl von Ferienwohnungen.

Touristen bleiben selten länger als eine Nacht

„Wir sind recht zufrieden. Vor allem, wenn man bedenkt, wie schlecht das Wetter im vergangenen Sommer war“, sagt Lauenburgs Tourismusmanagerin Dorotheé Meyer. Was jedoch seit Jahren konstant ist – kaum ein Tourist verweilt länger als zwei Nächte in der Schifferstadt, meist checkt er nach einer Übernachtung schon wieder aus. Dorotheé Meyer weiß voran das liegt: „Viele Radler erkunden die Stadt und fahren am nächsten Morgen weiter.“

Thematische Stadtführungen sind der Renner

Auf diese entdeckungsfreudigen Kurzurlauber hat sich die Touristinformation eingestellt. „Wir haben Stadtführungen zu unterschiedlichen Themen entwickelt.“ Diese Angebote werden zunehmend angenommen, wie auch hier die Statistik beweist. Noch 2014 fielen von 17 angebotenen Führungen 14 aus, weil sich niemand dafür interessierte. „Seit 2015 haben wir nicht nur an den Inhalten der Führungen gearbeitet, sondern diese auch über die sozialen Netzwerke beworben“, sagt die Tourismusmanagerin. Von den 2017 geplanten 119 Stadtführungen, musste keine wegen mangelnder Beteiligung abgesagt werden. Und es gibt immer wieder neue Ideen: So können zum Beispiel Technikfreunde ab diesem Jahr an Stadtführungen zum Thema „Industriekultur in Lauenburg“ teilnehmen.

Lauenburgs Vermieter sind einfallsreich

Die Hotels, Ferienwohnungen und Gästezimmer, die durch die Touristinformation vermittelt werden, haben sich die Mitarbeiterinnen alle angeschaut. Nur selten gebe es Beanstandungen von den Gästen. Im Gegenteil: „Viele Vermieter lassen sich immer wieder etwas Besonderes einfallen. Eine Gastgeberin hat als nette Geste selbstgestrickte Socken auf die Betten gelegt“, erzählt Dorotheé Meyer.

Vielleicht trägt diese Aufmerksamkeit dazu bei, dass Touristen bald auch im Winter nach Lauenburg kommen. Bisher ist es da flau: Während über die Touristinformation im Juli 365 Zimmer vermittelt wurden, waren es im November nur 32. Dorotheé Meyer und ihr Team haben sich etwas einfallen lassen: Mit der Kampagne „Wetterfest“ werben sie mit Veranstaltungshinweisen, warmen Decken und Thermoskannen um Gäste auch bei Schmuddelwetter.