Lauenburg

Hosentaschen-Orakel bringt alle zum Lachen

Vorlesewettbewerb Aziza Heims sichert sich den Sieg

Lauenburg.  Vor den Klassenkameraden vorzulesen, gehört für Zwölfjährige zum Schulalltag. Aber wenn man vor Fremden beweisen muss, dass man eine Geschichte flüssig und lebendig vorlesen kann, ist Lampenfieber programmiert. Die Schulsieger von Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und Förderschulen aus Mölln, Ratzeburg, Wentorf, Geesthacht, Schwarzenbek, Sandesneben und Berkenthin warteten in der Lauenburger Stadt- und Schulbücherei auf ihren Einsatz. Es war der 59. Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen.

Mit dem eigenen Buch in der Hand hörten elf Sechstklässler diszipliniert dem Vorlesen ihrer Konkurrenten zu. Sobald der eigene Name aufgerufen wurde, hieß es noch einmal tief Luft holen – und dann ging es los. Im ersten Teil des Wettbewerbs durften die Schüler aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen. Da zeigte sich ein ganz unterschiedlicher Lesegeschmack der Zwölfjährigen: Mit spannenden, romantischen und gruseligen Geschichten stellten sich die jungen Leser vor.

Nach der Bewertung von Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl, ging es ans Eingemachte: das Lesen eines fremden Textes. Die Schüler mussten beweisen, dass sie auch diesen flüssig und gut betont lesen können. Büchereichefin Uta Silderhuis hatte dafür das Buch „Knietzsche und das Hosentaschen-Orakel“ von Anja Kampen ausgewählt. Eine gute Wahl, denn die Zeilen brachte selbst aufgeregte Vorleser zwischendurch zum Lachen. Die Textstelle meisterten alle mit Bravour, doch am Ende konnte nur einer gewinnen. Die zwölfjährige Aziza Heims vom Gymnasium Schwarzenbek hat es geschafft und wird beim Regionalentscheid um die Teilnahme am Landesentscheid kämpfen.

Die Lauenburger Stadt- und Schulbücherei an der Weingartenschule ist bereits zum sechsten Mal Gastgeber der Veranstaltung. „In diesem Jahr waren zwei Förderschüler dabei. Sie werden erstmals, wie alle übrigen Teilnehmer, auch mit dem Vorlesen von Fremdtexten bewertet“, sagt die Büchereileiterin. Sie begrüßt den Wettbewerb. „Es wird zwar gelesen, aber wir beobachten, dass etwa ab der 7. Klasse die Schule die Zeit der Kinder frisst und ihnen dadurch die Motivation zum Lesen fehlt“, sagt Uta Silderhuis. Sie setzt darauf, dass mit der Digitalisierung Jugendliche eher zu erreichen sind. Besonders die Kombination zwischen iPad und Leseangeboten soll Kinder und Jugendliche zum Lesen motivieren.