Lauenburg.

Chaos stört das Spießerleben

Theater Lauenburg bringt die Komödie „Runter zum Fluss“ auf die Bühne

Lauenburg.  Ein Zeltplatz in Südfrankreich: Die chaotische Busfahrerin Anke (Jana Mehmann) und der pingelige Beamte Karsten (Andreas Püst) sind gerade von ihren jeweiligen Ehepartnern verlassen worden. Ankes Mann hat sogar das Zelt mitgenommen. Also zieht sie, ohne groß nachzufragen, bei Karsten ein und bringt damit seine peinliche Ordnung durcheinander.

So beginnt die Komödie „Runter zum Fluss“, die das Theater Lauenburg in diesem Monat auf die Bühne bringt. Noch feilen die beiden Darsteller mit Regisseurin Julia Loeser an den Pointen – und davon gibt es reichlich. Es ist schon urkomisch, wie aus dem quirligen Theaterchef Andreas Püst, der Spießer Karsten wird. Da wird kein Klischee ausgelassen: pomadiger Seitenscheitel, Bermudashorts und Socken in den Birkenstock-Sandalen. Die Regisseurin setzt noch einen drauf und lässt in der Probe die Szene spielen, in der die freizügige Anke versucht, dem verklemmten Karsten einen Kuss aufzudrücken. Dessen entsetzter Blick lässt ahnen: Die Zuschauer können sich auf allerlei Missverständnisse, handfesten Zoff – und am Ende vielleicht sogar auf ein Happy End freuen.

Mit dem Stück „Runter zum Fluss“ beginnt die neunte Spielzeit des Ensembles. 2009 gründete der Schauspieler Andreas Püst das Theater Lauenburg, das heute als gemeinnützige Unternehmergesellschaft firmiert. „Ein bisschen Wahnsinn gehörte dazu, in Zeiten leerer öffentlicher Kassen ein Theater zu gründen“, sagt Püst heute.

Doch es wurde eine Erfolgsgeschichte. Heute ist das Theater unter anderem anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Pro Spielzeit werden drei Theaterinszenierungen mit Berufsschauspielern erarbeitet. 2012 wurde das Theater Lauenburg mit dem Kulturpreis der Stiftung Herzogtum Lauenburg ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr erhielt das Ensemble beim Neujahrsempfang den Ehrenteller der Stadt Lauenburg. Über die Pläne für dieses Jahr möchte Andreas Püst noch nicht allzu viel sagen, und auch die Webseite verrät noch nicht viel. Aber wer ihn kennt, weiß, dass der Theaterchef immer voller Pläne steckt und dabei auch für Überraschungen gut ist. Mit dem unflexiblen Karsten, den er in seiner neuen Rolle verkörpert, hat er jedenfalls in Wirklichkeit gar nichts gemeinsam.

Premiere für das Stück „Runter zum Fluss“ ist am Dienstag, 27. Februar, 19.30 Uhr, in der Heinrich-Osterwold-Halle, Elbstraße 145 A. Karten zum Preis von 15 Euro können auf der Webseite www.theater-lauenburg.de gebucht werden.