Grünflächenpflege

Geldmangel lässt Unkraut in Lauenburg sprießen

Manfred Janssen schneidet Sträucher in einer Grünanlage.

Manfred Janssen schneidet Sträucher in einer Grünanlage.

Foto: Timo Jann

Lauenburg. Bürger beschweren sich über ungeplfegte Grünflächen, doch der Stadt fehlt das Geld, um den Zustand zu verbessern.

Über die Grünpflege in Lauenburg wird immer wieder diskutiert. Jetzt war das bereits 2008 verabschiedete Pflegekonzept Thema im Umweltausschuss der Stadt. „Wir können aufgrund der bereitstehenden Mittel eher das Modell Steilshoop als das Modell Bad Wörishofen fahren“, erklärte Reinhard Nieberg, der Leiter des Stadtentwicklungsamtes.

Nur 240 000 Euro im Haushalt vorgesehen

Im laufenden Haushaltsjahr sind lediglich 240 000 Euro für die Grünflächenpflege vorgesehen. Eigentlich würde die doppelte Summe benötigt, so Nieberg. 130 Flächen – darunter der Fürstengarten, der Ehrenfriedhof, Sportplätze, Straßenbegleitgrün und Schulhöfe – mit insgesamt 41 Hektar werden von den Stadtbetrieben betreut. Nieberg: „Ziel ist es, dass die Stadt ansehnlich erscheint. Wir müssen uns auf die großen Zufahrtsstraßen konzen­trieren, auch wenn es eigentlich an vielen Plätzen blühen sollte.“

Pflegerhythmus liegt im Ermesen der Stadtbetriebe

Was der Stadt außer Geld noch fehlt, ist ein auf EDV-Basis eingerichtetes Grünflächenkataster. Darin könnten der Pflegerhythmus und nötige beziehungsweise erfolgte Maßnahmen hinterlegt werden. Doch selbst wenn es dieses Programm gäbe – die Stadt verfügt nicht über Mitarbeiter, die sich um die Bedienung und Betreuung kümmern könnten. So liegt es aktuell im Ermessen der Mitarbeiter der Stadtbetriebe, wie sie sich um die Flächen kümmern.

Rasenflächen statt Blumenrabatten

„Trotz allen Engagements der Mitarbeiter der Stadtbetriebe oder der beauftragten Firmen gibt es immer wieder Beschwerden von Bürgern über den Zustand der Flächen“, sagt Nieberg. Ein Patentrezept hat er nicht, nur eine Notlösung. „Wir wollen möglichst pflegeleichte Rasenflächen den Blumenbeeten vorziehen“, so Nieberg. „Die ,wünschenswerten‘ und die ,machbaren‘ Sachen liegen hier leider ein Stück weit auseinander.“

Stadt will Flächen pflegeleicht umgestalten

Schon mit der ersten Beratung eines Grünpflegekonzepts vor sieben Jahren hatte die Stadtverwaltung verschiedene Flächen vorgelegt, die man umstrukturieren könnte. Bisher hat sich aber kaum etwas geändert, weil schlichtweg das Geld fehlt. So wurde vorgeschlagen, den Weg zur Fischerkoppel umzugestalten, die Bodendecker zwischen den Ebereschen zu entfernen und durch Kies zu ersetzen Dieser Kies wäre dann für Staudenpflanzen der richtige Boden, Wildkräuter hätten keine Chance mehr, was den Pflegeaufwand reduzieren würde.

Wünsche und Möglichkeiten klaffen auseinander

„Wir sind, was die Kosten angeht, eindeutig am unteren Ende der Möglichkeiten vergleichbarer Städte“, sagt Nieberg. Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter der Stadtbetriebe an der Berliner Straße in Höhe der Aral-Tankstelle an einer Grünfläche. Die gilt als zu kleinteilig, Bäume und Sträucher wechseln sich mit Blumen und wuchernden Wildkräutern ab. Hier soll eine mit wenig Pflege zu unterhaltende Rasenfläche entstehen, auf der die Bäume stehenbleiben.

„Es ist und bleibt ein schwieriger Spagat, Wünsche und tatsächliche Möglichkeiten näherzubringen“, bedauert Nieberg.