Kampagne

Arbeiterwohlfahrt setzt Zeichen gegen Fremdenhass

Die Awo wirbt auf ihren Autos mit Aufklebern für Toleranz. Bodo Krüger (links) und Andreas Thiede befestigen den Slogan am Bus des Sozialkaufhauses. Foto: Retzlaff

Die Awo wirbt auf ihren Autos mit Aufklebern für Toleranz. Bodo Krüger (links) und Andreas Thiede befestigen den Slogan am Bus des Sozialkaufhauses. Foto: Retzlaff

Foto: Retzlaff

Lauenburg. Mit der Auto-Aufklebern "Für Vielfalt - gegen Rassismus" startet die Awo ihre Kampagne gegen Fremdenhass in Lauenburg.

Lauenburg. „Awo für Vielfalt – gegen Rassismus“ dieses Motto soll künftig auf allen 40 Dienstfahrzeugen der gemeinnützigen Gesellschaft „Arbeit und Bildung“ der Arbeiterwohlfahrt zu lesen sein. Den ersten knapp einen halben Meter langen Folien-Schriftzug setzten Bürgermeister Andreas Thiede und Bodo Krüger, Awo-Projektleiter auf den weißen Bus des Lauenburger Sozialkaufhauses.

Aktion soll kreisweit Schule machen

Auch in Mölln, Ratzeburg und Geesthacht werden Autos der Organisation mit dem Slogan beklebt. Ein Konvoi aller Fahrzeuge der Awo- Bildung und Arbeit, der Ende September in Itzehoe geplant ist, soll die Aufmerksamkeit zusätzlich auf dieses Thema lenken.

Zeichen setzen für multikulturelle Gesellschaft

„Wir wollen ein Zeichen setzen. Jeder soll lesen, dass wir für Vielfalt und Solidarität, also für eine multikulturelle Gesellschaft sind, wir treten gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus ein“, sagt Krüger. Mittlerweile seien auch die meisten Online-Auftritte, Flyer und Broschüren mit dem Slogan versehen worden.

Awo koordiniert Flüchtlingsbetreuung in Lauenburg

Er soll der Öffentlichkeit zeigen, wofür die Arbeiterwohlfahrt steht. Die Mitarbeiter engagieren sich unter anderem bei der Betreuung der Flüchtlinge, die nach Lauenburg gekommen sind. Über das Familienzentrum in Lauenburg, am Graf-Bernhard-Ring, wird auch die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und Sprachmittler koordiniert, die sich um die Flüchtlinge kümmern.

Gegenwärtig leben in der Stadt 160 Menschen aus Krisengebieten. „Alle sind dezentral in Wohnungen untergebracht, in der ganzen Stadt verteilt“, sagte Thiede. Bisher konnte Lauenburg noch Wohnungen anmieten. Doch sie werden knapp – so kommt nun doch für das nächste Jahr eine zentrale Unterbringung ins Gespräch.

Ehrenamtliche Helfer dringend gesucht

Ein weiteres Problem: „Jetzt, nach einigen Monaten Erfahrung, zeigt sich, dass wir viel mehr ehrenamtliche Helfer für die Flüchtlinge brauchen“, sagte Krüger. Als die Stadt im vergangenen Herbst den ersten Aufruf an die Lauenburger startete, meldeten sich knapp 80 Interessierte. Einige machten dann doch nicht mit, weil ihre konkreten Aufgaben noch nicht klar waren.

Jetzt sind die Flüchtlinge da und brauchen über lange Zeit Unterstützung. Derzeit kümmert sich um diese Menschen lediglich ein knappes Dutzend ehrenamtlicher Helfer. Sie unterstützen bei alltäglichen Dingen wie Arztbesuchen, organisieren Sprachkurse und Nachbarschaftstreffen. Krüger und Thiede appellieren an die Lauenburger, sich ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe zu engagieren.