Hochwasserschutz

Wasserbauer gesucht - Verband schafft weitere Stelle

Deichvorsteher Wolfgang Genczik hofft, dass die Arbeiten zwischen Palmschleuse und Elbe-Lübeck-Kanal bis zum 12. Juni abgeschlossen sein werden.

Deichvorsteher Wolfgang Genczik hofft, dass die Arbeiten zwischen Palmschleuse und Elbe-Lübeck-Kanal bis zum 12. Juni abgeschlossen sein werden.

Foto: Dürkop

Lauenburg. Der Wasser- und Bodenverband bekommt einem dritte Ingenieur. Nur so sei der anstehende Bau von Hochwasserschutzanlagen zu meistern.

Lauenburg. „Uns wurde die Zuständigkeit für den Bau der Hochwasserschutzanlagen für Lauenburg vom Land regelrecht übergestülpt“, hatte Wolfgang Genczik (73), Deichvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Delvenau-Stecknitzniederung, schon im Dezember die Landesregierung kritisiert. Denn: Nicht die Stadt Lauenburg ist Träger der geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen für die Altstadt, sondern der Wasser- und Bodenverband.

Ehrenamtlicher Verband stößt an seine Grenzen

Doch mit dieser Mammutaufgabe gerät der ehrenamtlich geleitete Verband an seine personellen Grenzen. Zwar hat Genczik mit Andreas Sassenhagen und Hennig Giese zwei hauptamtlich tätige Wasserbauingenieure an seiner Seite, die sind aber für das gesamte, von Büchen bis Lauenburg reichende Gebiet (61 Quadratkilometer mit knapp 57 Kilometer Gewässern) zuständig.

Deshalb wird jetzt eine dritte hauptamtliche Ingenieurstelle geschaffen. Die zusätzlichen Personalkosten betragen etwa 63000 Euro im Jahr: Ein Betrag, der von der Stadt Lauenburg und den weiteren Grundstücksbesitzern über die Mitgliedsbeiträge finanziert wird.

Grundeigentümer für Hochwasserschutz zuständig

Die Angleichung der Schutzdämme auf einer Länge von 460 Metern im Stecknitzbereich sowie am Bahndamm auf eine Höhe von zehn Meter wird etwa 520000 Euro kosten – 80 Prozent davon sind förderungsfähig. Zurzeit führt der Verband Gespräche mit dem Besitzer des China-Restaurants an der Palmschleuse. Die dort errichtete, mobile Flutschutzmauer müsste auf elf Meter erhöht werden.

Die Besitzer des Restaurants und der benachbarten Palmmühle müssen zudem festlegen, wo in ihrem Bereich die Hochwasserschutzlinie gezogen werden soll. „Diese Gebäude liegen im hochwassergefährdeten Bereich und die Eigentümer sind für ihren Hochwasserschutz verantwortlich“, sagt Genczik. Das gilt auch für die Maßnahme am Bahndamm und am Elbe-Lübeck-Kanal: Dort sind die Bahn AG sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt zuständig. Wolfgang Genczik rechnet damit, dass diese Arbeiten bis zum 12. Juni fertig sein werden.

Stärkere Pumpen für das Schöpfwerk

Nicht ganz so schnell geht es mit der dringend notwendigen Modernisierung des Schöpfwerks. Die Zusage über 1,2 Millionen Euro für die Sanierung kam bereits im März: Die alten Pumpen sollen durch moderne und leistungsfähigere ersetzt, die Steuerung komplett erneuert werden.

Nach deren Einbau ist dann endlich die Möglichkeit geschaffen, bei Hochwasser durch das Schöpfwerk Wasser in den Elbe-Lübeck-Kanal und weiter über Witzeeze, Dalldorf in die Delvenau-Niederung umzuleiten. Auch das Industriegebiet wird durch eine Pumpe gesichert. Vorbereitende Arbeiten, wie das Trockenlegen der Pumpenkammern sind abgeschlossen. Damit wurde die Möglichkeit für Kernbohrungen geschaffen, die sicherstellen, dass der Untergrund für die neuen Pumpentypen, die nur stehend eingebaut werden können, tragfähig ist.

Hochleistungspumpen mit hoher Lieferzeit

„Wir warten jetzt auf das Okay der Unteren Wasserbehörde. Danach kann eine Kostenaufstellung mit anschließender Ausschreibung auf den Weg gebracht werden“, erläutert der Deichvorsteher. Allerdings betragen die Lieferzeiten für die Pumpen etwa sechs bis acht Monate. Genczik: „Ich hoffe, dass wir noch vor dem Frühjahrshochwasser 2016 mit dem Einbau beginnen können.“