Kanal

Behelfsquerung: Countdown für den Brückenschlag

Foto: Timo Jann / Jann

Lauenburg. Mit Hilfe großer Kräne soll vom 15. bis 17. November eine Behelfsbrücke über dem Elbe-Lübeck-Kanal in Lauenburg errichtet werden. Die Vorbereitungen laufen. Im März 2013 soll die provisorische Brücke fertig sein.

In Lauenburg steht ein besonderer Brückenschlag bevor: In der Nacht zum 16. November sollen am Horster Damm die ersten Teile der provisorischen Behelfsbrücke über den Elbe-Lübeck-Kanal eingesetzt werden. Am Tag und in der Nacht darauf sind weitere Arbeiten und der Einbau des dritten Brückenteils geplant. „Für den Einbau ist der Einsatz mehrerer großer Kräne nötig“, sagt Uwe Diercks vom Bauleiterteam des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) für das Millionenprojekt. Über die aus drei Teilen bestehende Behelfsbrücke soll der Verkehr umgeleitet werden, solange im Zuge der B 5 an Stelle der vorhandenen Brücke bis 2017 ein fester Neubau entsteht.

Die Behelfsbrücke wird in mehreren Elementen per Tieflader aus den Niederlanden nach Lauenburg transportiert. Auf der Baustelle werden dann die Fahrbahnseiten miteinander verschraubt und parallel dazu große Kräne aufgebaut. Am Ostufer des Kanals muss ein 850-Tonnen-Kran aufgebaut werden. Diercks: „Allein für dessen Aufrüstung sind zwei kleinere Hilfskräne erforderlich. Auf der Westseite des Kanals ist ein 500-Tonnen-Kran erforderlich. Die leistungsstarken Kräne sind nötig, um die weite Ausladung über den Kanal zu ermöglichen. An beiden Ufern wurden deshalb eigens Aufstellflächen für die Kräne hergerichtet und im Wasser und neben dem Bahngleis der Strecke Lüneburg–Lübeck jeweils Auflager gebaut.

„Insgesamt sind wir jetzt gut davor, dem Brückenschlag in der kommenden Woche dürfte nichts mehr im Wege stehen“, ist Diercks zuversichtlich. Schon Monate wird auf diesen Termin hingearbeitet, denn für den Einbau der beiden ersten Brückenteile muss das Bahngleis gesperrt und ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der kommenden Woche muss dann auch alles reibungslos klappen. Allerdings sind die Planer des WSA Lauenburg dafür bekannt, perfekt vorbereitet an die Umsetzung ihrer Projekte zu gehen. Schon den Bau der 40 Millionen Euro teuren Lauenburger Schleuse hatten Diercks und sein Kollege Stefan Lühr betreut.

Abgesetzt von den Fahrbahnen, wird auch ein neuer Gehweg provisorisch über den Elbe-Lübeck-Kanal führen. „Wir haben geplant, dass die Brücke für Fahrzeuge und Personen am 25. März 2013 in Betrieb gehen kann“, berichtet Diercks. Bis dahin müssen nach dem Einbau der drei Brückenteile noch an Land die Anschlüsse hergerichtet und die Fahrbahn auf den aufgeschütteten Dämmen asphaltiert werden.

Sobald die Behelfsbrücke nutzbar ist, kann der Abriss der alten Kanalbrücke beginnen. Die hatte im Laufe der Jahrzehnte so viel von ihrer Tragfähigkeit eingebüßt, dass eine längere Nutzung, selbst mit einer Sanierung, nicht mehr möglich war. Der Neubau der Brücke über den vor 112 Jahren eingeweihten Kanal wird insgesamt etwa 15 Millionen Euro kosten. Die neue Brücke, um deren Bau sich die Spezialbaufirma Wayss & Freytag kümmert, wird eine Stabbogenkonstruktion, ähnlich der Brücke bei Dalldorf.