Elbschiffahrtsmuseum

597.000 Euro für eine Erlebniswelt

Foto: bgz / Bienwald

Lauenburg. Wenn das Lauenburger Elbschifffahrtsmuseum – wahrscheinlich im Spätsommer 2013 – nach der aufwendigen Umbauphase wieder eröffnet, erwartet die Besucher eine Erlebniswelt. Schleswig-Holsteins Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSV) überreichte gestern 597.000 Euro, mit denen die Idee von einem „Museum zum Anfassen" umgesetzt werden kann.

Uwe Franzen kann loslegen. Und was der Museumsplaner bei der Umgestaltung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums vorhat, nötigte Anke Spoorendonk Respekt ab. Schleswig-Holsteins Ministerin für Justiz, Kultur und Europa war gestern persönlich in die Elbestadt gekommen, um Bürgermeister Andreas Thiede, Museumsleiter Joachim Kedziora und Uwe Franzen den Bewilligungsbescheid für 597.000 Euro zu überreichen – finanzieller Grundstock für die neue Museumskonzeption „Mensch-Modell-Maschine“. Bewilligt wurde das Geld von der Aktivregion Sachsenwald-Elbe.

Was der Politikerin des Südschleswigschen Wählerverbandes besonders gefiel: Franzen will die Museumsbesucher von der reinen Faktenvermittlung befreien und ihnen eine Erlebniswelt bieten: „Ziel soll die Kommunikation zwischen den Gästen sein.“ Dazu beitragen sollen begehbare Erlebniswelten. Experimentierstationen, interaktive Modelle und sprechende 3?D-Figuren in den einzelnen Abteilungen. „Der Mensch wird im Mittelpunkt stehen und die Besucher werden diesen Menschen auch begegnen“, erklärte Franzen der Ministerin: So soll ein Schiffsführer den Rundgang durch Erzählungen aus seiner Fahrenszeit auflockern – „op Platt“, versteht sich.

Anke Spoorendonk war angetan: „Museen müssen den heutigen Gegebenheiten angepasst werden, sollen ihre Bedeutung als Bildungsfaktor ebenso ernst nehmen wie ihre Aufgabe als Tourismusfaktor. In Lauenburg wird diese Vorgabe positiv umgesetzt. Die Besucher werden eine erlebnisorientierte Ausstellungsvielfalt vorfinden und das Museum mit Aha-Erlebnissen verlassen.“

Die Ministerin erinnerte aber auch daran, dass die Museumsplaner bei der Neugestaltung die Ursprünge des Elbschifffahrtsmuseums als Hort der Schätze aus Stadt- und Schifffahrtsgeschichte nicht aus den Augen verlieren dürfe und zeigte sich begeistert von der deutschlandweit größten Sammlung von Schiffsantrieben.

Museumsleiter Kedziora konnte beruhigen: „Erstmals planen wir auch eine Abteilung, in der die Geschichte der ehemals drei Lauenburger Werften aufgearbeitet und ausgestellt wird.“ Und selbstverständlich werden auch dort Schiffbauer und Schweißer zu Wort kommen.