Abiturstufe

Schüler, Eltern und Albinus in der Warteschleife

Foto: Richel

Lauenburg. Die Entscheidung, ob an der Albinus Gemeinschaftsschule künftig das Abitur gemacht werden kann, wird frühestens zum Jahresende fallen. Eigentlich sollte die Landesregierung schon im Sommer grünes Licht geben, doch auch Büchen ist noch im Rennen.

Eigentlich sollte die Entscheidung schon im Sommer fallen: Wird es künftig möglich sein, in Lauenburg das Abitur abzulegen? Doch wie jetzt bekannt wird: Frühestens zum Jahresende wird diese Frage von der Landesregierung beantwortet.

Auch wenn sich Eltern erst Ende Februar entscheiden müssen, wird das Thema schon jetzt in vielen Familien diskutiert: die Wahl der richtigen weiterführenden Schule. Besonders brisant ist die Frage für Lauenburger Eltern, deren Sprössling vielleicht das Zeug zum Abitur hat: Den langen Schulweg nach Geesthacht in Kauf nehmen? Oder doch darauf hoffen, dass die Albinus-Gemeinschaftsschule den Bewilligungsbescheid für die Sekundarstufe II erhält?

Eigentlich scheint die Sache klar: Im Koalitionsvertrag der Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW heißt es: „Gemeinschaftsschulen sollen eine Oberstufe bekommen, wenn der Schulträger dies mit Zustimmung der Schulkonferenz beantragt und wenn nach der Schulentwicklungsplanung ein Bedarf besteht.“

Daran dürfte in Lauenburg kein Zweifel bestehen. Schon 2007 hatte die Stadt beim Land die Einführung der gymnasialen Oberstufe beantragt. Und wie berichtet kam der von der Stadt beauftragte Gutachter Dr. Jens-Martin Gutsche vom Institut für „Stadtentwicklung und Mobilität“ im Oktober dieses Jahres zu dem Schluss: Die Albinus-Gemeinschaftsschule ist reif für die Sekundarstufe II und das unter anderem auch deshalb, weil sie mit dem offenen Ganztagsangebot punkten kann. Ein Zahlenvergleich zeigt außerdem, dass der Bedarf für die gymnasiale Oberstufe gegeben ist: Nur 20 Prozent aller Lauenburger Schüler starten mit dem Abitur ins Leben – bundesweit sind es 35 Prozent. Für die Schülerbeförderung in umliegende Städte mit gymnasialen Oberstufen muss Lauenburg jährlich 300.000 Euro zahlen. Alles Gründe, die jetzt sogar den Kreistag veranlassten, einstimmig eine Resolution zu verabschieden, die unter anderem Lauenburg, aber auch Büchen beim Kampf um die gymnasiale Oberstufe den Rücken stärkt. Denn auch in Büchen wartet man auf die Entscheidung aus Kiel. Wie in Lauenburg liefert der Schulentwicklungsplan ebenfalls eine positive Prognose.

„Damit bewerben sich zwei regionale Schulen um die Abiturstufe. Das macht eine genaue Bedarfermittlung nötig“, so der Sprecher des Landesbildungsministeriums, Thomas Schunck, auf Anfrage unserer Zeitung. Mit einem Beschluss sei deshalb nicht vor Ende des Jahres zu rechnen. Auf eine Antwort, ob dies eine Entweder-Oder-Entscheidung bedeute, ließ sich Schunck nicht festlegen.