Interview

Thiede muss Garagencafé schließen lassen

Foto: Richel

Lauenburg. Das Garagencafé an der Elbuferpromenade musste schließen – auf behördliche Anordnung. Leserreporter Peter Lucius schrieb: "Das Garagencafé ist zu. Watt nu?". Im Interview erklärt Bürgermeister Andreas Thiede diese Entscheidung und macht Hoffnung auf eine Wiederbelebung des beliebten Cafés.

Es war ein Geheimtipp, der eigentlich keiner mehr war: Im kleinen Garagencafé an der Elbuferpromenade gab’s nicht nur selbstgemachten Kuchen zum kleinen Preis, sondern auch einen Schnack mit den Nachbarn und für so manchen Touristen einen kostenlosen Tipp, was er in Lauenburg unbedingt gesehen haben muss. Am Sonntag mussten sich Lisa Bethge und Franck Hoffmann von ihren Stammgästen verabschieden – auf behördliche Anordnung hin. Zum letzten Mal reichten sie dampfende Kaffeepötte über den improvisierten Tresen.

Leserreporter Peter Lucius will das so einfach nicht hinnehmen. Auf der Plattform leserreporter.bergedorfer-zeitung.de schreibt er: „Das Garagencafé ist zu. Watt nu?“ Und er stellt fest: „Obwohl das Garagencafé die wohlwollende Zustimmung des Bürgermeisters hatte, musste der seine Zustimmung einem Verwaltungsakt unterordnen.“

Das wollten wir genauer wissen und hakten bei Bürgermeister Andreas Thiede nach.

LL: Herr Thiede, sie waren selbst mehrmals Gast im Garagencafé und haben immer wieder die ungezwungene Atmosphäre dort gelobt. Warum?

Thiede: Solche kleinen Aktivitäten machen unsere Stadt sympathisch. Die Betreiber haben den Überschuss ihrer Einnahmen übrigens gespendet, zum Beispiel für die Anschaffung von Hundekotbeuteln, mit denen sie die Automaten in der Altstadt bestückt haben.

Trotzdem haben Sie jetzt die Schließung des Garagencafés angeordnet. Wie passt das zusammen?

Genau genommen war das Garagencafé ein ja ein gastronomischer Betrieb und da gibt es nun mal gesetzliche Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Wenn dann noch Beschwerden von Nachbarn oder anderen Gastronomen eingehen, müssen wir reagieren, so leid es mir persönlich auch tut.

Die Idee vom ungezwungenen Nachbarschaftstreff mit Kaffeeklatsch, wo auch Gäste der Stadt willkommen sind, ist also vom Tisch?

In dieser improvisierten Form ja, da lässt der Gesetzgeber keine Ausnahme zu. Aber wer sagt denn, dass die Idee an anderer Stelle nicht wiederbelebt werden kann? Ich habe mit den Betreibern gesprochen und wir sind uns einig: gemeinsam suchen wir nach einem geeigneten Objekt. Ich verrate auch kein Geheimnis wenn ich sage, dass die ersten Gespräche dazu bereits laufen.

Unser Leserreporter Peter Lucius schreibt: „Was bleibt ist die Hoffnung, dass bis zum nächsten Frühjahr eine Lösung gefunden wird und wir dann alle wieder die Torten, den Kaffee und den Saft genießen können.“ Ist dieser Wunsch realistisch?

Ich kann natürlich nichts versprechen, aber die Chancen stehen nicht schlecht. Sollte es klappen, dem Garagencafé ein tragfähiges Konzept zu geben, gehöre ich auf jeden Fall zu den Stammgästen.