Kanalbrücke

Gebohrt, nicht gerammt: Pfähle für die Behelfsbrücke

Foto: Timo Jann / Jann

Lauenburg. Mit einem XXL-Bohrer sollen von heute an auf der Baustelle für die neue Brücke am Elbe-Lübeck-Kanal gewaltige Bohrpfähle bis zu 25 Meter tief in die Erde am Ufer eingebracht werden. 100 Tonnen Arbeitsgewicht hat die sogenannte "Drehbohranlage".

Der Mega-Bohrer wurde auf dem Umschlagplatz auf einen 52,50 Meter langen Schwimmponton verladen. „Allein der Bohrkopf hat einen Durchmesser von 1,20 Metern“, erklärt Lutz Weigand, Bauleiter der Spezialtiefbaufirma Demler aus Netphen.

Zunächst wird der auf einem Kettenfahrgestell montierte Bohrer vom Ponton aus auf beiden Seiten des Ufers jeweils fünf große Bohrpfähle einbauen. Weigand: „Dazu treiben wir ein Stahlrohr in den Boden und entfernen darin den Boden. Anschließend setzen wir einen Korb aus Stahlgeflecht ein und füllen das Rohr mit Beton. Danach ziehen wir das Stahlrohr wieder aus dem Boden.“ Sobald die zehn Bohrpfähle fertig sind, wechselt der Bohrer seinen Standort und arbeitet vom Ufer aus weiter. 14 kleinere Bohrpfähle sollen dann bis Anfang September folgen.

Die großen Stahlbetonstützen sind nötig, um die Behelfsbrücke zu tragen, über die der Verkehr während des Neubaus der eigentlichen Kanalbrücke „Horster Damm“ im Zuge der Bundesstraße?5 rollen soll. Die aus drei Feldern bestehende Behelfsbrücke – ein Mittelteil über dem Wasser und je ein Anschlussstück an den Ufern – steht auf Füßen, die die Last auf die Bohrpfähle abtragen. Für die eigentlich geplante Brücke, die 2017 fertiggestellt sein soll, sind weitere Bohrpfähle erforderlich, die zusammen eine Länge von 1750 Metern mit einem Durchmesser von 1,50 Meter haben.