Restaurierung

Der Löwe kehrt endlich nach Hause zurück

Foto: Richel

Lauenburg. Die Restaurierung der Löwen-Statue vom Brunnen an der Alten Wache ist fast abgeschlossen. Die 2009 zerstörte Figur ist wieder zusammengefügt und auch die Kopie der Statue wird bald in Lauenburg sein. Die bisherige Pannen-Serie scheint damit überwunden.

Glauben würde diese Meldung in Lauenburg wohl niemand, könnten wir nicht das Beweisfoto vorlegen: Die Kopie der Löwen-Statue vom Brunnen an der Alten Wache ist tatsächlich so gut wie fertig. Und nicht nur das – auch die Puzzle-Teile des im November 2009 mutwillig zerstörten Originals haben Mitarbeiter der Steinmetzfirma Meyko aus Rheinland-Pfalz in Kleinarbeit wieder zusammengefügt. Private Sponsoren hatten möglich gemacht, dass mit dem Wiederaufbau der historischen Figur begonnen werden konnte.

Doch bisher war die Restaurierung des Wappentieres der Herzogin Maria, die um 1600 in Lauenburg lebte, eine lange Serie aus Pleiten, Pech und Pannen. Zwei Jahre lang werkelte der Bildhauer Andreas Rube aus Gifhorn an der Figur, und die Stadt ließ sich von ihm immer wieder vertrösten. Ihr bleib auch gar nichts anderes übrig, denn ein schriftlicher Auftrag, der unter anderem auch einen Fertigstellungstermin festgeschrieben hätte, wurde nie ausgelöst.

„Wenn alles klappt, nehmen wir die Figur am 6. Juli in Empfang“, lässt sich Amtleiter Reinhard Nieberg nun entlocken. Ganz wohl ist ihm offensichtlich nicht dabei, denn zu oft musste die Stadt feste Zusagen und Versprechen über die Fertigstellung der historischen Figur wieder zurücknehmen.

Auch Horst Eggert vom Lauenburger Heimatbund und Geschichtsverein kann kaum glauben, dass der Löwe nun tatsächlich in den nächsten Tagen nach Lauenburg kommen und dann kurzfristig wieder seinen Sockel am Brunnen an der Alten Wache besteigen wird. Allerdings habe eine E-Mail an ihn vor ein paar Tagen bereits darauf hingedeutet: „Die mit der Arbeit beauftragte Mitarbeiterin hat sich genau nach historischen Vorlagen für das Wappen erkundigt“, erzählt der Heimatforscher und freut sich, dass das beauftragte Steinmetzunternehmen offensichtlich die historische Detailtreue sehr ernst nimmt. Woher genau die Statue ursprünglich stammt, darüber streiten sich die Wissenschaftler. Eine Überlieferung besagt, dass der Löwe früher eines der drei Stadttore zierte, die 1825 abgerissen wurden. Eine andere Theorie – die unter anderem der Historiker Prof. Dr. Nis Rudolf Nissen vertritt – besagt, dass das Wappentier im 17. Jahrhundert nach dem Brand des Schlosses im Bauschutt gefunden wurde.

Klar ist indes, seit dem Jahre 1948 ist der Löwe Namensgeber für den Brunnen und genau dort soll er auch wieder hin – zumindest sein originalgetreues Double. Damit der „echte“ Löwe nicht wieder mutwilliger Zerstörung zum Opfer fällt, lässt er sich künftig von Besuchern im Schlossturm bewundern.

Pannengeschichte

November 2009: Randalierer zerstören die historische Statue des Löwenbrunnen.

März 2010: Bildhauer Andreas Rube aus Gifhorn soll eine Kopie des Löwen errichten, Fertigstellung ist für November 2010 geplant.

Mai 2011: Auch der zweite Fertigstellungstermin platzt, angeblich ist die Kopie bei der Bearbeitung zerbrochen. Bürgermeister Andreas Thiede kündigt Fertigstellung vor den Sommerferien 2011 an.

November 2011: Der Löwe soll fertig sein. Am 2. November machen sich Mitarbeiter der Verwaltung auf den Weg nach Gifhorn, um die Statue abzuholen. Sie kehren mit leeren Händen zurück. Die Einladungen für die geplante Einweihung des Brunnens sind bereits verschickt.

April 2012: Der Löwe ist noch immer nicht in Lauenburg. Die Stadt entzieht Bildhauer Andreas Rube den Auftrag. Ab jetzt arbeitet das Unternehmen Meyko aus Rheinland Pfalz an der Restaurierung der Originalfigur und der Kopie

Juli 2012: Stadt will am 6. Juli die fertige Statue in Empfang nehmen.