Schiffsneubau

Meisterleistung: Schiff mit Steckverbindungen

Lauenburg. Die Hitzler-Werft baut zur Zeit ein Basisschiff für Taucher, das in drei Teilen transportiert werden kann. Das Spezialschiff kann dadurch nach Bedarf schnell an verschiedene Einsatzorte gebracht werden, auch ohne Anbindung an das Kanalnetz. Im Oktober soll das Tauchschiff ausgeliefret werden.

Auf der Lauenburger Hitzler-Werft entsteht zurzeit ein neues Spezialschiff. Für das Hamburger Unternehmen „Taucher Knoth“ fertigen die Schiffbauer von der Elbe ein Basisschiff. Der Clou: Das 15 Meter lange Schiff lässt sich in drei jeweils 2,40 Meter breite Blöcke teilen. Dadurch kann es bei Bedarf an Bord von anderen Schiffen und sogar auf Lastwagen international an alle möglichen Einsatzorte transportiert werden.

„Das neue Schiff wird genau nach unseren Wünschen gebaut. Es ist eine sehr angenehme Zusammenarbeit mit der Werft“, berichtet Ralf Kröger, der Geschäftsführer von „Taucher Knoth“. Das traditionsreiche Unternehmen aus dem Hamburger Hafen beschäftigt zurzeit 24 Mitarbeiter und hofft durch den Neubau aus Lauenburg auf mehr Aufträge. Kröger: „Wir können alle möglichen Gewässer erreichen, auch, wenn sie nicht an das Kanalnetz angebunden sind.“ Stauseen oder Binnengewässer, in denen getaucht werden muss, erschließt sich der Betrieb so für neue Angebote bei Ausschreibungen.

Mit der Neubaunummer 828 sind die Arbeiter bei Hitzler bereits damit beschäftigt, die zugeschnittenen Stahlplatten zu verarbeiten. Es wird geschweißt, geflext und gehämmert. „Im Oktober wollen wir den Neubau abliefern, erklärt Werner Büker, der technische Leiter und Prokurist der Werft. „Es ist faszinierend, ein Schiff zu bauen, das in kürzester Zeit dank seiner Steckverbindungen getrennt und montiert werden kann“, sagt er. Die Konstruktionsabteilung hat sich dabei einige besondere Lösungen einfallen lassen. Büker: „Der Neubau wird sehr flexibel und schnell einsetzbar sein.“

Die drei Blöcke können einzeln, zu zweit oder komplett eingesetzt werden. Die beiden äußeren Elemente verfügen jeweils über eine eigene Maschine, an Backbord gibt es das Steuerhaus. Das mittlere Element ist das Herzstück des Basisschiffes: Hier gibt es im Bodenblech ein knapp zwei Meter großes Loch, durch das die Taucher von Bord aus gefahrlos ins Wasser steigen und abtauchen können. Während der Fahrt wird die Öffnung verschlossen, damit kein Wasser reinschwappen kann. Der Deckel kann dann aber an der Einsatzstelle einfach geöffnet werden und das Schiff ist betriebsbereit. „Moonpool“ nennt sich dieses Bassin im Bauch des Schiffes.

„Es wird ein kleines raffiniertes Ding“, sagt Büker. Die Hitzler-Werft hatte von „Taucher Knoth“ den Vorzug vor einer englischen Werft bekommen. „Es gibt Vorschriften für Binnenschifffahrtswege, die unbedingt eingehalten werden sollten. Da hatten wir in England so unsere Sorgen, weil man dort seine eigenen Regeln hat“, sagt Kröger. „Und dass man bei Hitzler gute Arbeit leistet, wussten wir“, so der Geschäftsführer.

Parallel zu dem neuen Spezialschiff entsteht auf der Südwerft auch gerade ein neuer Tanker für die Reederei Dettmer. Das 86 Meter lange Schiff soll Anfang 2013 ausgeliefert werden.