Vanadalismus

Trauer mit Füßen getreten

Foto: bgz / bienwald

Lauenburg. Unbekannte haben den Gedenkort für den verunglückten Tobias Gröhnke zerstört. Familie und Freunde sind erschüttert, dass ihnen nach ihrem geliebten Menschen nun auch noch der Ort der Erinnerung genommen wurde. Der Vater des Unfallopfers hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Rinde an der alten Eiche, an der das Leben von Tobias Gröhnke (26) aus Lauenburg am 14. September 2011 nach einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 5 endete, vernarbt allmählich. Die knapp vernarbten Wunden in den Herzen der Familie und des Freundeskreises sind dagegen frisch aufgerissen worden – durch Vandalismus.

Unbekannte haben die Erinnerungsstätte am Unglücksbaum zwischen dem Lauenburger Ortsausgang und dem Glüsing, zum Gedenken an Tobias und als Mahnmal für andere Autofahrer eingerichtet, brutal zerstört. Das Holzkreuz wurde aus der Verankerung gerissen und abgebrochen, Windlichter umgetreten, Blumenschmuck gestohlen. „Was sind das für Menschen, die zu so etwas fähig sind und die Trauer der Angehörigen und Freunde mit Füßen treten?“, fragt Detlef Gröhnke (57).

Der Vater des Verunglückten hat Anzeige erstattet und vermutet als Tatzeitpunkt den Dienstagmorgen: „Um 6 Uhr bin ich auf dem Weg zur Arbeit an dem Baum vorbeigefahren. Da war noch alles in Ordnung. Die Rowdys müssen also am helllichten Tag aktiv gewesen sein.“ Für Hinweise auf den Täter setzt er 300 Euro Belohnung aus. Zeugen können sich unter Telefon (04153) 30710 bei der Polizei melden. Und am Wochenende will Gröhnke die Gedenkstätte zusammen mit Juliane Jerate (30) aus dem großen Freundeskreis des Verunglückten wieder herrichten.