Brandstiftung

"Krieg" im Kleingarten? Vereinsheim niedergebrannt

Lauenburg. Nach Einbrüchen und Urkundenfälschung nun Drohungen und Brandstiftung: Durch einen Großbrand ist in der Nacht zum Ostermontag das Vereinsheim des Lauenburger Kleingärtnervereins am Birnenweg zerstört worden.

Spätestens seit Montagnacht ist es wirklich vorbei mit dem Frieden bei Lauenburgs Gartenfreunden: Nach einer Brandstiftung stand das Vereinsheim des „Lauenburger Kleingärtnervereins“ am Birnenweg in Flammen. Das in Holzbauweise errichtete Gebäude brannte völlig aus. Schaden: etwa 150.000 Euro. 55 Feuerwehrleute waren unter dem Kommando von Lauenburgs Feuerwehrchef Thomas Burmester stundenlang mit den Löscharbeiten beschäftigt. Wegen akuter Einsturzgefahr konnten sie das Holzhaus nicht mehr betreten.

Wie berichtet, hängt der Haussegen beim Lauenburger Kleingärtnerverein schon längere Zeit schief. Zwei Einbrüche ins jetzt ausgebrannte Vereinsheim und eine plump gefälschte Überweisung in Höhe von 5211,20 Euro vom Vereinskonto auf das Konto von Kassenwartin Martina Hops lassen die Emotionen hochkochen. Erst am Karfreitag hatte der 1. Vorsitzende des Vereins, Karsten Borchardt, eine anonyme Drohung erhalten. Auch Hops erhielt ein ähnliches Schreiben. „Uns wurde gedroht, dass unsere Lauben brennen würden“, sagt Borchardt. Er und weitere Kleingärtner verfolgten die Löscharbeiten geschockt und ratlos. Borchardt: „Wer tut denn so etwas? Damit schadet man doch nicht uns vom Vorstand, sondern dem ganzen Verein.“

Die Kriminalpolizei aus Lübeck war noch in der Nacht vor Ort, in den kommenden Tagen werden die Ermittler der Geesthachter Kriminalpolizei aktiv. Nach ersten Erkenntnissen ist das Feuer im Bereich des Schornsteins ausgebrochen. Der Schlot wird allerdings gar nicht genutzt, weil zwei Gasöfen für das Beheizen des Vereinsheims eingesetzt wurden.

„Als wir kurz nach dem Alarm am Birnenweg eintrafen, schlugen an der Rückseite des Gebäudes die Flammen schon meterhoch“, sagt Burmester. Weil ein Trupp, der im Gebäude löschte, von einstürzenden Deckenteilen getroffen wurde, zogen sich die Retter aus dem Haus zurück. Nur noch von außen arbeiteten sie sich vor. Dazu wurden das Dach und die Wände aufgesägt, um Brandnester aufzuspüren und abzulöschen. Die 40 Feuerwehrleute aus Lauenburg, die mit fünf Fahrzeugen im Einsatz waren, erhielten von 15 Kameraden aus Buchhorst Unterstützung.

Auch Bürgermeister Andreas Thiede verschaffte sich vor Ort einen Eindruck. „Wichtig ist, dass niemandem etwas passiert ist“, so Thiede. „Mit den Problemen, die im Verein herrschen, hat die Stadt nichts zu tun.“ Der Bürgermeister zollte den Feuerwehrleuten Respekt für den zeitintensiven Einsatz.

Die Kriminalpolizei in Geesthacht wurde bereits wegen der Einbrüche und der gefälschten Überweisung eingeschaltet. Nun kommen noch Bedrohung und Brandstiftung dazu. Ob der Vorstand durch die kriminellen Machenschaften im Verein in Misskredit gebracht werden soll, ist unklar. Während einer Mitgliederversammlung im März hatten Kassenprüferin Anja Ostrowicki und ihr Mann Hans-Jürgen Klau, Ersatzprüfer und ehemaliger Vereinsvorsitzender, dem Vorstand die Entlastung verweigert. Die übrigen 57 Mitglieder folgten jedoch dem zweiten Kassenprüfer Siegfried Bergmann und gaben grünes Licht für den Vorstand.