Warnstreik

Gereizte Stimmung bei WSA-Mitarbeitern

Foto: Timo Jann / Jann

Lauenburg. Mehr als 100 Mitarbeiter des Lauenburger Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) haben sich gestern an einem Streikaufrauf der Gewerkschaft Ver.di. beteiligt. Ziel des Warnstreiks sind Gehaltserhöhungen. Zudem ist die Zukunft des WSA innerhalb der Schifffahrtsverwaltung des Bundes noch unklar.

Die Situation für die Mitarbeiter des Lauenburger Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) ist ohnehin brisant. Noch immer ist unklar, welche Rolle ihre Dienststelle in der Neuorganisation der Schifffahrtsverwaltung des Bundes spielen wird. Und dann müssen sie seit Jahren auf Gehaltserhöhungen verzichten. Damit ist jetzt allerdings Schluss. Gestern beteiligten sich etwa 100 Mitarbeiter der Behörde an einem Warnstreik der Gewerkschaft Ver.di. Ziel ist eine Erhöhung von 6,5 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr pro Monat. Auszubildende sollen 100 Euro mehr, einen Fahrtkostenzuschuss für den Weg zur Berufsschule und eine Anstellungsgarantie erhalten.

„Wir sind es wert“, war das Motto der Kundgebung. Seit 1993 würden pro Jahr durchschnittlich 1,5 Prozent der Stellen in der Verwaltung des Bundes abgebaut, berichtete Ver.di-Landesfachbereichsleiter Jochen Penke während der Kundgebung. Penke: „Wenn die Arbeitgeber nicht hören wollen, müssen sie fühlen. Wir werden durch die ganze Bundesrepublik das öffentliche Leben lahmlegen.“ Und wenn die Warnstreiks nicht helfen würden, dann müsste es eben einen Erzwingungsstreik geben. So etwas hatte es in Deutschland zuletzt vor beinahe 20 Jahren gegeben. Laut Ver.di gingen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gestern etwa 4000 Menschen auf die Straße, um für eine gerechte Bezahlung zu streiken.

In Lauenburg zogen die Streikenden durch die Stadt, zum Amtsplatz am Schloss und weiter zum WSA an der Dornhorst. Im Schloss trafen die Beschäftigten des Bundes auf Kämmerer Thomas Burmester, der als Vertreter von Bürgermeister Andreas Thiede sprach. Burmester: „Ich verstehe aus Sicht der Arbeitnehmer die Forderung, aber als Finanzminister dieser Stadt muss ich sagen, dass die geforderten 6,5 Prozent eine erhebliche Belastung wären. Der Kämmerer bat um ein „verträgliches Maß“ beim nächsten Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst.

„Wir sind es leid, ständig zu hören, dass die öffentlichen Kassen leer sind“, sagte Penke. Er erinnerte an die Milliarden zur Bankenrettung, zur Unterstützung von Pleitestaaten und den zarten Umgang mit Reichen – die laut Penke einen höheren Beitrag für die guten Behördenleistungen durch höhere Steuerzahlungen tragen müssten.

Als Thiede während der Kundgebung von einem Termin zum Schloss zurückkehrte, versprach er beim nächsten Streik Kaffee.