Storchenbilanz 2011

"Alte Bekannte" mit großer Klappe sind der Heimat treu

Lauenburg. Die Storchenbilanz des Nabu für das Jahr 2011 fällt positiv aus. 32 Storchenpaare zogen im Herzogtum 80 Junge auf - trotz des späten Brutbeginns wegen der lang anhaltenden Kälte. Die Storchenbeauftragten vom Nabu sorgen auch für eine rechtzeitige Instandsetzung der Nester.

Der Südkreis hat den Wettbewerb um die Ankunft des ersten Storches im vergangenen Jahr knapp verloren: Durch die lang anhaltende Kälte und den vielen Schnee im Frühjahr 2011 kamen die schwarz-weißen Vögel mit der großen Klappe zwar allgemein später als gewöhnlich zu ihren angestammten Brutplätzen, doch zuerst gejubelt werden durfte in Nusse.

Trost für den Süden des Herzogtums ist Platz zwei: Nur wenige Tage später landete der Storch auf dem „Geberts’schen Hof“ in Lanze, die Partnerin folgte kurz darauf. „Alte Bekannte“, hat Dietrich Rahn aus Basedow, anhand der Beringung durch das Fernglas erkennen können. Rahn ist Storchenbeauftragter des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) für den Südkreis und hat auch dafür gesorgt, dass das Lanzer Paar bei seiner Rückkehr im Frühjahr ideale Bedingungen für die Aufzucht der Jungen vorfinden wird: Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Lauenburg und ihrer Drehleiter wurde das vom Wind zerzauste und mit gefährlichem Nistmaterial gebaute Nest auf dem Telegrafenmast gesäubert und neu justiert.

Die Nabu-Bilanz für 2011 fällt insgesamt positiv aus. Trotz des späten Brutbeginns zogen 32 Brutpaare (2010: 30) erfolgreich 80 (84) Jungtiere auf. Getrübt wurde die Statistik vor allem durch das Lütauer Storchenpaar, das seine Eier aus dem Nest geworfen hatte. Dazu gab es von „Junggesellen“ oder paarungsunwilligen Duos bewohnte Nester in Basedow, Woltersdorf, Klein Zecher, Lehmrade und Mustin. Spitzenreiter bei der Aufzucht waren die Paare in Nusse mit fünf und Büchen-Dorf mit vier Jungen. Erfolgreich war auch die Rückkehr der Störche in die jahrelang nicht besetzten Nester in Kittlitz, Klempau-Hof, Bälau und Kuddewörde. Für das Jahr 2012 verspricht sich Trudel Borck vom Nabu noch größere Bruterfolge: „Neue Nester auf Betonmasten und Plattformen haben wir in Wotersen und in verschiedenen Orten des Nordkreises entdeckt. Insgesamt gibt im Herzogtum jetzt 130 Heimstätten für den Wappenvogel unserer Organisation.“

Ganz ohne Zwischenfälle verlief die Aufzucht aber nicht: Einen Notfall gab es in Büchen-Dorf. Dort hatten die Altvögel Draht für den Nestbau verwendet, in dem sich ein Jungstorch verfing und nicht mehr selbst befreien konnte. Mit Unterstützung der Feuerwehr und der Büchener Firma Elektro-Strube konnte das Tier befreit werden. Es wurde weiterhin von den Eltern versorgt. Und in Stubben wurde ein durchnässter Jungstorch von der Straße aufgelesen und über Nacht zum Gefiedertrocknen in einem Gatter untergebracht.

Eine gute Nachricht aus den Vier-und Marschlanden:

Storch Rolf wurde gesichtet - er stakst durch die Kirchwerder Wiesen.

Aufatmen bei allen Tierfreunden: Storch Rolf lebt! Samuel Wieland hat ihn gestern gegen 16 Uhr gesehen und sich bei Jürgen Pelch, dem Storchenexperten beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gemeldet. Storch Rolf stakste durch die Kirchwerder Wiesen.

„Es war eindeutig Rolf“, sagt Jürgen Pelch. Der Jugendliche kenne sich aus, habe den Zugvogel klar erkannt. Damit endet eine Zeit der Ungewissheit. Der Nabu hatte schon gefürchtet, Rolf sei verschollen. Die Nabu-Webcam (www.hamburg.nabu.de) zeigte tagelang nur den leeren Horst am Achterschlag. Auch Ingo Grundmann, auf dessen Hof Storch Rolf zu Hause ist, hatte das Tier schon lange nicht mehr gesehen. Offensichtlich war Rolf weitschweifend auf Futtersuche. Gut zu wissen: Die Kälte macht ihm nicht wirklich etwas aus, solange er genug Futter findet.