Löwenbrunnen

Stadt lässt sich weiter vertrösten

Foto: bgz

Lauenburg. Heute hätte die neue Löwenskulptur für den Brunnen an der Alten Wache in Lauenburg ankommen sollen. Doch die Reproduktion der vor zwei Jahren mutwillig zerstörten Figur ist bislang nur ein Torso.

Die gute Nachricht zuerst: Alle, die am kommenden Sonnabend bei der Begrüßung des steinernen Löwen auf dem Brunnensockel an der Alten Wache dabei sein wollten, können sich jetzt getrost etwas anderes vornehmen. Dabei wäre er heute beinahe gewesen, der große Tag: Die fertige Löwenfigur sollte aus der Werkstatt in Gifhorn endlich ihre Reise nach Lauenburg antreten. Nun hatte die Stadt zwar schon mehrmals die Ankunft angekündigt und wieder abgesagt, aber nie gab es bisher einen offiziell verkündeten Einweihungstermin.

„Gut Ding will Weile haben“, denkt sich Bildhauer Andreas Rube offensichtlich, denn trotz mit der Stadt konkret vereinbarten Zeitplanes kam die Arbeit an dem Auftragswerk bisher kaum voran. Ein unsichtbarer Einschluss im Sandstein hatte vor Monaten dafür gesorgt, dass die zu diesem Zeitpunkt fast fertige Reproduktion zerbrach und der Bildhauer sein Werk von vorn beginnen musste. Dem „Künstlerpech“ folgte offensichtlich eine lange, kreative Schaffenspause. „Mit viel Fantasie kann man bisher erkennen, dass das mal ein Löwe werden soll“, sagt Horst Eggert enttäuscht. Der Chef vom Heimatbund und Geschichtsverein wollte gemeinsam mit Mitarbeitern aus dem Stadtentwicklungsamt in der vergangenen Woche eigentlich die fertige Reproduktion des vor zwei Jahren von Unbekannten mutwillig zerstörten historischen Originals begutachten. Stattdessen zeigte ihnen der Künstler eine Art Rohling, der nichts von monatelanger Arbeit ahnen lässt.

Regressansprüche aus Vertragsbruch muss Rube, der nach Informationen unserer Zeitung sein freiberufliches Künstlerdasein inzwischen mit einem festen Arbeitsverhältnis im VW-Werk getauscht haben soll, wohl nicht befürchten. „Bisher ist kein Geld geflossen und es bringt auch nichts, den halb erledigten Auftrag jetzt einem anderen Künstler zu übergeben“, so der Amtsleiter für Stadtentwicklung Reinhard Nieberg.

Alternativen gibt es aber offensichtlich schon. „Man hätte eine Form nach dem Original erstellen und den Löwen gießen können“, sagt der Lauenburger Restaurator Gerold Ahrends. Für Heimatforscher Horst Eggert hätte das noch einen weiteren Vorteil gehabt: „Das von privaten Spendern aufgebrachte Geld wäre in unserer Stadt geblieben.“