Frustrierende Entwicklung

Hochwasserschutz in Lauenburg verzögert sich weiter

Der Schnitt stellt in vereinfachter Form dar, welche Grundsatzvariante des Hochwasserschutzes im Kernbereich der Lauenburger Altstadt zur Ausführung kommen soll. Die Außenmauern beziehungsweise die vorhandenen Flutschutzmauern der Gebäude und Grundstücke sollen mittels geeigneter baulicher Verfahren so ertüchtigt werden, dass eine geschlossene Hochwasserschutzlinie entsteht.

Der Schnitt stellt in vereinfachter Form dar, welche Grundsatzvariante des Hochwasserschutzes im Kernbereich der Lauenburger Altstadt zur Ausführung kommen soll. Die Außenmauern beziehungsweise die vorhandenen Flutschutzmauern der Gebäude und Grundstücke sollen mittels geeigneter baulicher Verfahren so ertüchtigt werden, dass eine geschlossene Hochwasserschutzlinie entsteht.

Foto: Stadt Lauenburg / Stadt lauenburg

Zuletzt war von Fertigstellung bis 2028 die Rede. Mittlerweile ist der Baustart für die Hochwasserschutzlinie auf Ende 2028 datiert.

Lauenburg. Noch im Sommer war es nur eine Befürchtung, dass die Hochwasserschutzlinie in Lauenburg nicht wie geplant bis Ende 2028 geschlossen werden wird. Jetzt ist es eine Gewissheit: Christian Asboe, zuständig für die Koordination der Planung in der Lauenburger Verwaltung, hat im Bau- und Planungsausschuss jetzt eine Unterlage präsentiert, aus der ganz klar hervorgeht, dass frühestens Ende 2028 mit dem Baustart für den Planungsbereich A vom Kuhgrund bis zum Ruferplatz gerechnet werden kann.

Historische Altstadt ist der sensibelste Planungsbereich

Für die Betroffenen Anwohner eine frustrierende Entwicklung, wenn auch nicht ganz unerwartet. Dennoch reagierten viele irritiert, teils auch aufgebracht, dass sieben Jahre nach dem letzten Hochwasser die Stadt an der Elbe noch immer ohne modernen Flutschutz ist. Christian Asboe zeigte durchaus Verständnis für die Verärgerung der Lauenburger. Auch für ihn gehe es zu langsam voran, auch er würde sich über Fortschritte bei der Planung sehr freuen, aber manche Dinge brauchten einfach ihre Zeit, gab er zu. Allein die Verantwortlichen der Lenkungsgruppen an einen Tisch zu bringen, die terminliche Koordination, erfordere einen sehr langen Vorlauf. Dazu kämen häufig wechselnde Ansprechpartner, fehlende Zuständigkeiten, lang dauernde Gutachten und andere Untersuchungen. Aber es sei ihm klar, dass alle Augen auf den Kernbereich Altstadt schauen würden, der von den vier Planungsbereichen mit Abstand der sensibelste ist.

Aber ganz untätig war man nicht, erläuterte Asboe. In Abschnitt D (Industriegebiet bis Schleuse) wurde der Schutz bereits fast vollständig realisiert. Hier müssen nur noch einige Arbeiten zur Erhöhung der vorhandenen Hochwasserschutzanlage durchgeführt werden. So soll eine Spundwand parallel zum Bahndamm eingebracht werden, die bis zur Schleuse des Elbe-Lübeck-Kanals reicht und dort anschließt.

Bereich C schließt die Marina in Lauenburg mit ein

Der Bereich C (Hitzler-Werft bis Schleuse) schließt nun die Marina mit ein, für es es mittlerweile konkrete Überlegungen gibt. „Allerdings stehen hier noch Gespräche aus“, berichtete Asboe. Die aber sollen noch in diesem Monat erfolgen. Für den Abschnitt B von der Hitzler-Werft bis zum Ruferplatz läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Der Hochwasserschutz wird demnach an den Gebäuden am Lösch- und Ladeplatz entlanggeführt.

Was aber verursacht die vielen Verzögerungen, war eine immer wieder gestellte Frage? „Die Gesamtplanung ist überaus komplex“, sagte Asboe. Allein im Bereich der historischen Altstadt müssten vielerlei Aspekte berücksichtigt werden, angefangen beim Baugrund bis hin zum Denkmalschutz. „Die Baugrunduntersuchungen, die wir bisher vorgenommen habe, haben eindeutig ergeben, dass wir es alle paar Meter mit einem anderen Untergrund zu tun haben“, erläuterte Asboe. Die geologischen und hydrologischen Untersuchungsergebnisse würden die Planer vor große Herausforderungen stellen.

Dazu kommt, dass der Hochwasserschutz im Bereich A vielfach auf privatem Grund verlaufen muss. Es müssen also mit jedem einzelnen Grundeigentümer Gespräche geführt werden. „Da wird es noch spannend“, sagte Christian Asboe, weil es auf einigen Grundstücken Nebengebäude gebe, die für den Hochwasserschutz abgerissen werden müssen. Aber eine andere Möglichkeit gebe es nicht. „Wir können mit dem Hochwasserschutz nicht in die Elbe reingehen“, konstatierte der Planungskoordinator. Das wäre mit einem unvertretbar hohen Aufwand verbunden.

Auftragsvergabe für Bereich A steht kurz bevor

Es stehen noch einige Genehmigungen von Hauseigentümern aus, um die geplante Linie später realisieren zu können, zum Beispiel in der Nähe der Hitzler-Werft. Aber wenn alles so weiterlaufe, sei für den Bereich B im Jahr 2024 Baustart. Für Bereich C ist 2022 anvisiert.

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Die Auftragsvergabe für Planbereich A stehe kurz bevor. Allerdings habe man sich jetzt für ein doppeltes Vergabeverfahren entschieden. Es wird ein Los für Ingenieurbau/Wasserbau geben, ein Los für Städtebau und Denkmalschutz. Dort werde dann überprüft, wie man die wasserbauliche Maßnahme denkmalverträglich realisieren kann. Grund: Die Denkmalschutzbelange seien laut Asboe bisher nicht ausreichend beachtet worden. Auch die Leistungsbeschreibung sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt.