Geesthacht

Wo Tiere einen guten Platz zum Leben haben

Elke Fritzsche-O’Connell hat zu all ihren Tieren ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Da wird auch mal mit einem Rind gekuschelt.

Elke Fritzsche-O’Connell hat zu all ihren Tieren ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Da wird auch mal mit einem Rind gekuschelt.

Foto: Privat

Elke Fritzsche-O’Connell aus Geesthacht benötigt Unterstützer: Es werden Rinder- und Ponypaten gesucht. Infos zur Tierpatenschaft.

Geesthacht. Es ist kalt und regnerisch an diesem Vormittag. Auf dem kleinen Tisch vor dem Bauwagen steht eine Thermoskanne heißer Kaffee. Den braucht Elke Fritzsche-O’Connell auch. Sie hat wenig geschlafen­. Alle vier Stunden läuft sie zurzeit von ihrem Haus in der Hans-Mayer-Siedlung zur Weide um die Ecke am Knollgraben, um ihre Neuzugänge, die Kälbchen Fritzi und Totoro, mit Milch zu füttern. Seit sechs beziehungsweise drei Wochen sind sie bei ihr in Pflege. Ohne ihre Hilfe würden die beiden nicht überleben. Ein Gnadenhof? „Nicht ganz“, sagt die 59-Jährige und lacht, „aber so ähnlich!“

Ein Tierfreund war sie schon immer. So gründete sie vor acht Jahren Shettychat – einen tiergestützten Englischunterricht mit Shetlandponys und Pferden. Ein Angebot, das sehr gut ankommt. Die Kinder lernen bei ihr so auf eine spielerische Art die englische Sprache – und die Sprache der Tiere – auch in Englisch.

Sie päppelt Tiere auf, die sonst keine Zukunft hätten

Erst waren die Pferde da, dann kamen die Rinder. Quasi über Nacht, ungeplant. „Mein Bauer hat mich irgendwann einmal angesprochen, ob ich ihm mit meinen Pferden helfen würde, die Rinder in den Stall zu treiben“, erzählt sie. Daraus entwickelte sich nach und nach eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Elke Fritzsche-O’Connell fährt mittlerweile jeden Tag auf die Elbhalbinsel, auf der die Rinder des Landwirts sich frei bewegen, verschafft sich einen Überblick über die Tiere und prüft ihre Verfassung. So stieß sie auch auf die beiden verlassenen Kälbchen, die jetzt bei ihr gepäppelt werden. „Die beiden sind von ihrer Mutter nicht angenommen worden“, sagt sie bedauernd. Das passiere häufig in der Tierwelt, wenn Zwillinge geboren werden. Die Mutter würde sich dann nur einem der Neugeborenen widmen. Dennoch blutet ihr Herz dann und „ich kann nicht anders. Ich muss dann einfach helfen und die Tiere zu mir nehmen“, sagt sie.

Namen für Rinder werden ganz spontan vergeben

Ihre erste Kuh hat sie gekauft. Ihr Name: 65 – Sixtyfive. Dann kamen Astrid, Otto, Klara, Susi, Findus und Paul. Alles Rinder, die in der Rinderindustrie nicht lange überlebt hätten und denen sie eine Zukunft und auch immer einen passenden Namen gibt. „Das passiert ganz spontan“, sagt sie lachend. Nicht alle bleiben bei ihr, einige­ Tiere pflegt sie, bis sie wieder gesund sind und zurück zur Herde können. „Mehr Ressourcen habe ich auch nicht“, gibt sie zu. Weder was den Platz, noch was ihre Kraft angeht.

Zurzeit leben bei ihr die sechs Rinder, zwei Kälbchen, zwei Pferde und vier Ponys. Für jeden nimmt sie sich täglich Zeit, füttert, hält die Weiden und Paddocks sauber.

Durch die Corona-Krise fehlt Geld

All das kostet. Nicht nur Zeit, Arbeit­ und auch Schlaf, sondern auch Geld. Geld, was durch die Corona-Krise jetzt fehlt. „Mein Unterricht ist komplett weggebrochen. Die Kinder dürfen nicht mehr kommen, ich verdiene keinen Cent zurzeit“, sagt Elke Fritzsche-O’Connell. Sie will nicht klagen. Die Situation durch das Virus bedingt das eben. Und es geht ihr nicht um sich, es geht ihr um die Tiere, betont sie. Die Kosten sind hoch. 1500 Euro benötigt sie monatlich, nur um die laufenden Kosten zu decken­. Man merkt Elke Fritzsche O’Connell an, dass sie nicht gern über diese Problematik spricht. Nicht als Bittsteller auftreten möchte. Aber all ihr Bemühen nützt nichts, wenn notwendige Mittel fehlen.

Freunde unterstützen sie bereits durch Patenschaften. Aber das reicht noch nicht. Wer 25 Euro investieren und Rinder- oder Pony­pate werden möchte, kann sich an Elke­ Fritzsche-O’Connell unter 0176/83 05 55 08 wenden. „Im Gegenzug leiste ich Aufklärungsarbeit, erzähle, wie Rinder und Ponys leben, wie die Tiersprache funktioniert. Eine Patenschaft soll für niemanden umsonst sein!“