Geesthacht

Bund übernimmt den Atommüll in Krümmel

Zwischenlager Räumung nicht vor 2080? AKW-Rückbau ab 2020

Geesthacht. . Die vom Bund gegründete neue „Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH“ (BGZ) übernimmt zum 1. Januar 2019 die Zuständigkeit für das Standortzwischenlager (SZL) am Kernkraftwerk Krümmel. Auch die geplante zusätzliche Atommülllagerstätte am Elbufer, das „Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager“ (LasmAaZ), wird unter die Zuständigkeit der BGZ fallen. Das berichtete Kraftwerksleiter Torsten Fricke bei der Dialogveranstaltung „Perspektive Krümmel“ zum Rückbau des ehemals leistungsstärksten Siedewasserreaktors der Welt.

Das Krümmeler SZL wird bereits baulich so hergerichtet, dass es künftig autark von den Sicherheitseinrichtungen des Kernkraftwerkes betrieben werden kann. Bis 2046 hat das Zwischenlager, in dem aktuell 41 Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen stehen, eine Betriebsgenehmigung. „Was über 2046 hinaus geht, wird der neue Eigentümer klären müssen“, so Fricke. Nach Einschätzung von Experten könnte ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll erst 2080 seinen Betrieb aufnehmen. Der Bund geht von 2050 aus.

Fricke rechnet für 2020 mit der Genehmigung zum Rückbau des Reaktors, der dann frei von atomaren Brennstoffen sein soll. Die Atomaufsichtsbehörde arbeite „mit Hochdruck“ an der Genehmigung, so Fricke. 60 fabrikneue Brennelemente und 154 sogenannte Sonderbrennstäbe (gebündelt ergeben Brennstäbe ein Brennelement) befinden sich noch im Kernkraftwerk Krümmel. Fricke geht davon aus, dass spätestens Ende 2019 alle Brennstoff enthaltenden Teile abtransportiert sind.

Um danach den Rückbau starten zu können, ist ein LasmAaZ (Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager) nötig. Geplant ist eine 56 Meter lange, 60 Meter breite und 23 Meter hohe Halle. Bereits jetzt laufen Arbeiten, den „Core-Schrott“ zu zerlegen, etwa Steuerstäbe. „Das können wir wegen starker Strahlung nur unter Wasser handhaben“, so Fricke, der die Zeit dafür auf zwei Jahre schätzt.