Kultur

„Elstern“ nach Remis neuer Spitzenreiter

Kreisliga-Kolumne 1:1 beim FSV Geesthacht – Verrückte Partie in Hamwarde

Aushilfstorwart: Dass Andre Wengorra, ehemaliger Torschütze vom Dienst beim FSV Geesthacht, auch ein passabler Torhüter ist, hatte der heute 35-jährige Fußballer schon einmal zu Oberligazeiten beim ASV Bergedorf 85 bewiesen. Inzwischen spielt „Wengo“ nur noch „Stand by“. Und wenn Not am Mann ist, geht er auch wieder zwischen die Pfosten. So geschehen im Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga gegen – Achtung: Zufall – den ASV Bergedorf. „Er hat super gehalten. Und auch sonst bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden“, resümierte FSV-Trainer Idris Gümüsdere. „Aber leider haben wir unsere Torchancen nicht reingemacht.“ So zeigte sich mit dem Ergebnis in einem emotional geführten Spiel auf Bezirksliganiveau nur ASV-Trainer Jörg Franke zufrieden. Nach dem 1:1 sind die „Elstern“ neuer Spitzenreiter.
Vaterfreuden: Bevor Serkan Öztürk zur Geburt von Töchterchen Eylül in den Kreißsaal entschwand, hatte der Co-Trainer des FC Lauenburg eine Nachricht ans Team geschickt. „Gewinnt für mich“, lautete die Order vor der Partie bei Düneberg II. Gesagt, getan: Der FCL siegt mit 3:0. Bleibt die Frage, warum die im Oktober geborene Tochter „Eylül“ (türkisch für September) heißt. „Das fragen viele. Wir finden den Namen einfach schön“, sagte der Jungvater, dessen Frau und Nachwuchs wohlauf sind.
Einmal Hölle und zurück: Von diesem Spiel werden sie beim SV Hamwarde noch lange erzählen. Trotz zwei Spielern Überzahl verspielte der SVH gegen die TSV Reinbek eine 2:0-Führung. Der Ausgleich fiel in der vierten (!) Minute der Nachspielzeit. „Ich war im Tal der Tränen. Aber dann sind wir von den Toten auferstanden“, sagte Trainer Erdinc Özer. Christian Piel hatte 30 Sekunden später mit dem 3:2-Siegtor für völlige Ekstase gesorgt. „In so einer Situation schießt man die Bälle normalerweise bis nach Geesthacht. Aber meine Mannschaft ist da einfach noch nicht clever genug“, sagte TSV-Trainer Rüdiger Neuhaus.
Sinkflug: Die Saison hatte für den VfL Lohbrügge II mit drei Siegen so gut begonnen. Doch seit dem 14. August steht die Null. Das 0:1 im Kellerduell gegen den SV Börnsen II war bereits die achte Niederlage hintereinander. Folge: Der VfL ist auf einem Abstiegsplatz abrutscht.
VIP-Bereich:
Bislang nannte der Oststeinbeker SV den Bereich neben dem Bierstand scherzhaft „Prostbek-Ecke“. Diese wird zum Spiel gegen Hamwarde (Freitag, 19.30 Uhr) mit einem mobilen Dach aufgewertet, damit die Zuschauer, die auf Barhockern an einem Stehtisch sitzen, nicht nass werden. Da musste auch ein neuer Name her. „Wir nennen es die Ostbek Lounge“, sagt Liga-Obmann Michael Baaß.
Zukunft ungewiss: „Betreten auf eigene Gefahr“ heißt es aktuell auf dem Platz des TuS Aumühle-Wohltorf. Grund: Das Granulat des Kunstrasens ist möglicherweise krebserregend. Für Punktspiele ist die Anlage gesperrt. So etwas frustriert natürlich. Der letzte Tabellenplatz sowieso. Einige Spieler um Kapitän Roman Ganz waren zudem mit der Entscheidung des Vorstands, 2.-Herren-Trainer Piotr Selega zum Nachfolger von Mario Friedrich zu ernennen, nicht einverstanden. „Sie wollen nicht mehr für uns auflaufen“, räumt Abteilungsleiter Jan Kunze ein. Bislang soll es sich um vier Spieler handeln.
Einer zu viel: Einen ungewöhnlichen Grund führte Helmut Kiehn für die 1:3-Niederlage gegen Altengamme II an. „Der Platzverweis war ausschlaggebend“, sagte der Coach der Lauenburger SV. Wohlgemerkt: Es war ein Vierländer, der beim Stand von 1:1 Rot sah (34.). „Meine Spieler dachten, sie könnten weniger laufen. Außerdem hat sich in der Szene Taner Göktürk verletzt.“

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