Kernkraftwerk Krümmel

Neue Vorgaben: Spundwand soll Terroristen aufhalten

Aus der Luft ist das Areal des Kernkraftwerkes gut zu überblicken: Rechts vorn befindet sich das Standortzwischenlager, das jetzt zusätzlich gesichert wird. Hinten am Hang ist die Baugrube für die neue Spundwand.

Aus der Luft ist das Areal des Kernkraftwerkes gut zu überblicken: Rechts vorn befindet sich das Standortzwischenlager, das jetzt zusätzlich gesichert wird. Hinten am Hang ist die Baugrube für die neue Spundwand.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Vattenfall muss das Zwischenlager für abgebrannte Brennnelemente am Atomkraftwerk besser gegen Terroranschläge sichern.

Geesthacht..  Die Arbeiten auf dem Gelände am Elbhang haben bereits begonnen. In der Halle des Zwischenlagers sind derzeit 21 Castor-Behälter mit abgebrannten Brennstäben aus dem seit 2007 still stehenden Kraftwerk eingestellt.

Bundesamt hat Schutz-Vorschriften verschärft

„Aktuelle Änderungen der Regelwerke machen erforderlich, dass wir das Schutzniveau anpassen müssen“, sagt Jens Manthey, der Leiter des Standortzwischenlagers, auf Anfrage: „Was genau wir da tun, unterliegt der Geheimhaltung.“ Diese Schutzziele werden vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) genau geregelt. „Was wir aktuell baulich tun, dreht sich vor allem um einen Durchfahrtschutz für Fahrzeuge“, so Manthey.

Verhindert werden soll offenbar, dass schwere Fahrzeuge, möglicherweise mit Sprengstoff beladen, in die Halle durchbrechen. So wird östlich des Standortzwischenlagers eine vorhandene Leitplanke durch eine massive Stahlbetonwand ersetzt. Rückwärtig wird mit Hilfe einer Spundwand zudem eine Absturzkante in den Hang gebaut, die Fahrzeuge aufhalten soll.

Fortbestand des Standortzwischenlagers unklar

Obwohl das Aus für das Kraftwerk durch den Atomausstieg besiegelt ist, ist unklar, wie lange das Standortzwischenlager noch bestehen bleibt. Wenn alle 990 verbliebenen Brennelemente aus dem Abklingbecken des Atomkraftwerks umgelagert sind, werden 42 der Spezialbehälter mit strahlendem Inhalt im Zwischenlager stehen. Offen ist noch, wie einzelne beschädigte Brennstäbe ins Zwischenlager gebracht werden. Hier warten die Betreiber auf einen sogenannten „Köcher für Sonderbrennstäbe“, der noch genehmigt werden muss.

Das Zwischenlager war 2003 durch das BfS genehmigt worden. Ursprünglich sollten darin die ausgenutzten Brennelemente in Castor-Behältern solange untergestellt werden, bis das Atommüllendlager in Gorleben fertig ist. Doch ob Gorleben das Endlager wird, ist seit dem Beschluss für eine neue Standortsuche wieder offen. Da dann erst noch ein Endlager errichtet werden muss, dürften die Castoren noch Jahrzehnte in Geesthacht bleiben – auch wenn das Kraftwerk dann längst zurückgebaut ist.

Gebaut wird auf dem Gelände außerdem an den Versorgungsleitungen: So wurde für einen Anschluss an die Stromversorgung eine 10-kV-Leitung errichtet und ein Gasanschluss gelegt.

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