Kandidatur

Kathrin Wagner-Bockey (SPD) will in den Landtag

Nicht auf dem Weg nach London, möglicherweise aber nach Kiel: SPD-Fraktionschefin Kathrin Wagner-Bockey möchte in den Landtag einziehen.

Nicht auf dem Weg nach London, möglicherweise aber nach Kiel: SPD-Fraktionschefin Kathrin Wagner-Bockey möchte in den Landtag einziehen.

Foto: Kim Nadine Müller

Geesthacht. Kathrin Wagner-Bockey will den Wahlkreis erobern, den bisher der neue Geesthachter Bürgermeister Olaf Schulze inne hatte.

Geesthacht.  Kathrin Wagner-Bockey möchte für die SPD in den Landtag einziehen und den Wahlkreis, den bisher Geesthachts neuer Bürgermeister Olaf Schulze inne hatte, übernehmen. Das gab die 48-Jährige gestern bekannt. Sollte sie beim Kreisdelegiertenparteitag am 30. September von den Genossen tatsächlich nominiert werden, würde sie gegen die im Februar von den Christdemokraten nominierte CDU-Frau Andrea Tschacher aus Aumühle antreten. Bisher haben sich keine weiteren SPD-Politiker öffentlich um den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg-Süd beworben.

„Ich möchte gerne einen Schritt weitergehen. Ich bin jetzt seit 16 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv und würde gerne auch auf Landesebene mitentscheiden wollen“, begründet die Fraktionsvorsitzende der SPD in der Geesthachter Ratsversammlung ihre Entscheidung. Die Politik wäre dann ihr Beruf. Schulze bestärkt diese Pläne seiner Parteifreundin: „Sie ist sicher eine geeignete Kandidatin. Ich denke, dass sie mit ihrer langjährigen Erfahrung viel für uns in Kiel erreichen könnte“, sagte er in einer Reaktion.

Seit 1999 bei den Sozialdemokraten

Kathrin Wagner-Bockey stammt aus Buchholz in der Nordheide, ist in der Elbmarsch aufgewachsen, hat in Geesthacht ihr Abitur gemacht und ist seit 1999 bei den Sozialdemokraten. Bereits 1988 hat sie eine Ausbildung bei der Hamburger Polizei begonnen, ist Kriminalhauptkommissarin und arbeitet in der Hansestadt aktuell beim Landeskriminalamt.

„Polizeiarbeit bedeutet immer auch vielfältige Lebenserfahrungen“, sagt die Beamtin. Weiterer Vorteil: Sie könnte nach einer Zeit im Landtag auch immer in das sichere Beamtenverhältnis zurückwechseln. „Schleswig-Holstein ist ein tolles Land und ich freue mich darauf, mit den Menschen ins Gespräch kommen zu können“, sagt die Politikerin. Sie möchte sich auch in den Ortsvereinen vorstellen, war zuletzt schon bei der Ehrenamtsmesse in Lauenburg präsent.

Großer Respekt vor der Aufgabe

„Ich halte es für eine große Aufgabe der Politik, unter den Menschen keinen Sozialneid aufkommen zu lassen“, erklärt Kathrin Wagner-Bockey. „Versäumnisse in der Sozialpolitik haben immer schon langfristig auch zu Problemen bei der inneren Sicherheit geführt“, weiß sie. „Es muss darum gehen, allen, auch bei unterschiedlichen Startbedingungen, die nötigen Förderungen zukommen zu lassen.“ Alle Menschen müssten Wagner-Bockeys Ansicht nach die Chance bekommen, sich in der Gesellschaft gut zurecht finden zu können.

Im Mai 2017 wird der neue Landtag gewählt. Zuletzt hatte sich Olaf Schulze im als SPD-Hochburg geltenden lauenburgischen Süden gegen die Konkurrenten der CDU durchgesetzt. „Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, würde mich aber freuen, mich diesen Herausforderungen zu stellen, um für unsere Region in Kiel arbeiten zu können“, erklärt Kathrin Wagner-Bockey.

Die Familie – die 48-Jährige ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder – sowie Freunde und Genossen hätten sie bestärkt, zu kandidieren.

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