Hypothekenstreit

Citigroup steht vor Sieben-Milliarden-Vergleich

Rund sieben Milliarden Dollar soll es die US-Großbank Citigroup kosten, ein Verfahren wegen Betrugs an Investoren vor der Finanzkrise beizulegen. So teuer ist ein Vergleich mit den US-Behörden.

Fragwürdige Geschäfte mit Hypothekenpapieren kommen die US-Großbank Citigroup einem Insider zufolge teuer zu stehen. Die US-Bank werde sieben Milliarden Dollar zahlen, um ein Verfahren wegen Betrugs an Investoren im Vorfeld der Finanzkrise beizulegen. Citigroup wird vorgeworfen, Geldanlegern hochriskante Hypothekenpapiere verkauft und damit um Milliarden von Dollar gebracht zu haben.

Dem Insider zufolge soll die Zahlung vorwiegend bar erfolgen, einige Milliarden seien aber auch als Hilfe für finanziell angeschlagene Investoren gedacht. Eine Einigung zwischen der Bank und dem US-Justizministerium könnte in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Citigroup wollte sich dazu nicht äußern. Eine Sprecherin des Justizministeriums antwortete nicht auf Anfragen.

Ein Vergleich über sieben Milliarden Dollar wäre mehr, als Analysten angesichts der Größe des Citi-Geschäfts mit Verbriefungen von Hypothekenkrediten erwartet haben. Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor berichtet, die Einigung könne mehr als vier Milliarden Dollar kosten.

Strafforderung von mindestens zehn Milliarden Dollar

Einige Analysten an der Wall Street hatten geschätzt, dass die Bank rund drei Milliarden Dollar dafür zur Seite gelegt hat. Das Justizministerium wiederum hatte Insidern zufolge eine Klage mit einer Strafforderung von mindestens zehn Milliarden Dollar erwogen. Eine ähnliche Klage plant das Justizministerium gegen die Bank of America. Auch hier kam es bislang nicht zu einer Einigung. Diskutiert wurde über einen Vergleich in Höhe von zwölf bis 17 Milliarden Dollar.

Die Behörde ermittelt gegen eine ganze Reihe von Banken. Sie hatten vor 2008 in großem Maße Hypothekenpapiere verkauft, die in den Wirren der Krise dann massiv an Wert verloren. Der Vorwurf lautet, die Banken hätten ihre Kunden über die Risiken dieser Papiere nicht genügend aufgeklärt oder gar in die Irre geführt.

Die Wall-Street-Banken haben in einer ganzen Reihe von Fällen bereits viele Milliarden Dollar als Entschädigung und Strafe gezahlt. Erst im April hatte die Citigroup mehr als 1,1 Milliarden Dollar an eine Gruppe von institutionellen Investoren entrichtet und damit einen Rechtsstreit beigelegt. Die US-Großbank JPMorgan Chase & Co hatte im November die Rekordsumme von 13 Milliarden Dollar gezahlt, um den Streit mit der Regierung über die Hypothekenpapiere zu beenden.

Die französische Großbank BNP Paribas hatte wegen Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten wie dem Sudan, dem Iran und Kuba einer Zahlung von knapp neun Milliarden Dollar zugestimmt. Es war ein Verstoß gegen US-Sanktionen gewesen. Das ist die höchste jemals in den USA verhängte Buße gegen ein ausländischen Kreditinstitut. Das Verhalten des amerikanischen Justizministeriums schlug hohe Wellen, so hatte sich Frankreichs Präsident François Hollande bei seinem US-Amtskollegen Barack Obama über das Vorgehen der Ermittler beschwert.