Brunnen

Wirklich, jetzt soll der Löwe kommen

Foto: bgz / richel

Lauenburg. Der Löwenbrunnen wird nicht fertig. Nach zwei Jahren vergeblichen Wartens auf die Löwenkopie, ist der Stadt nun der Geduldsfaden gerissen. Sie hat den Löwen jetzt bei einem neuen Unternehmen in Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben.

Immer wenn Bürgermeister Andreas Thiede am Brunnen an der Alten Wache vorbeikommt, wird er an sein uneingelöstes Versprechen erinnert: „Noch vor den Sommerferien ist der Löwe wieder da“, hatte er kurz nach seinem Amtsantritt zugesagt. Das war im Frühjahr des Jahres 2011.

Lauenburgs neuer Verwaltungschef ist allerdings nicht der erste, der sich von Bildhauer Andreas Rube immer wieder vertrösten ließ. Schon seit zwei Jahren werkelt der Künstler aus Gifhorn an der Kopie der im November 2009 von Randalierern mutwillig zerstörten historischen Figur. Jetzt ist Thiede sprichwörtlich der Kragen geplatzt: „Wir haben die Originalfigur bei Herrn Rube abgeholt und jetzt die Firma Meyko aus Reinland-Pfalz mit der Herstellung der Kopie für den Brunnen beauftragt“, so seine Konsequenz. Glück im Unglück: Bisher soll kein Euro der privaten Spenden für die Wiederherstellung des Lauenburger Wahrzeichens in die Taschen des unzuverlässigen Künstlers geflossen sein.

Dass sich die Stadt so lange an der Nase herumführen ließ, war wohl nur deshalb möglich, weil es keinen schriftlichen Auftrag gab, wie Thiede jetzt bestätigt. Bisher hieß es seitens der Stadt immer, dass es durchaus eine vereinbarte Zeitschiene für die Reproduktion der Löwenfigur gegeben, sich Rube daran aber nicht gehalten habe. „Jetzt gibt es einen ordentlichen Vertrag, so dass eigentlich nichts mehr schief gehen kann“, hofft der Bürgermeister. Aber nicht nur der Auftrag wurde dem Bonner Steinmetzunternehmen übergeben, sondern auch die bisher nur leidlich zusammengesetzten Teile des historischen Löwen – Wappentier der Herzogin Maria, Gemahlin von Franz dem Zweiten, der zwischen 1580 und 1615 regierte. Die Naturstein-Experten wollen die Statue nun so restaurieren, dass Besucher sie künftig im Lauenburger Schlossturm bestaunen können. Auf dem Brunnen wird sich das edle Tier künftig durch eine täuschend echt aussehende Kopie doubeln lassen. Zu gefährlich ist es offensichtlich, eine so wertvolle Originalfigur mitten in Lauenburg aufzustellen.

Auf einen genauen Termin, ab wann der steinerne Namensgeber wieder den Löwenbrunnen an der Alten Wache schmückt, will sich der Bürgermeister nur ungern festlegen lassen: „Ich bin da gebranntes Kind“, scherzt er. So richtig widerspricht er seinem Planungsamts-Leiter Reinhard Nieberg aber nicht, der fest überzeugt ist: „Noch vor den Sommerferien ist der Löwe wieder da.“.