Verkehr

Oststeinbeker protestieren gegen geplanten Kreisel

Die Anwohner des Barsbütteler Weges protestieren gegen den geplanten Kreisel, der ihre Straße für den Durchgangsverkehr öffnen würde.

Die Anwohner des Barsbütteler Weges protestieren gegen den geplanten Kreisel, der ihre Straße für den Durchgangsverkehr öffnen würde.

Foto: Susanne Tamm

Sorge vor Durchgangsverkehr: Bürgerinitiative Barsbütteler Weg widerspricht Bebauungsplan und schlägt Umgehung vor.

Oststeinbek. Eigentlich wirkt der Barsbütteler Weg wie eine ruhige kleine Anwohnerstraße. Doch wenn Rudi Behrendt, der seit 1977 am Barsbütteler Weg wohnt, mal draußen auf seiner Terrasse in der Sonne sitzen möchte, kommt garantiert jemand mit Anhänger vorbeigeklappert. „Unser Grundstück liegt direkt an einem Buckel, der die Geschwindigkeit bremsen soll. Aber leider fahren die hier alle keine 30 Kilometer pro Stunde“, moniert er. „Dort können wir nicht mehr sitzen. Er und die Anlieger seiner Nachbarschaft sind sich einig: Durch die Sportanlagen, die Kindertagesstätte und das Jugendzentrum am Ende der Straße sei der Barsbütteler Weg eigentlich schon jetzt überlastet.

Kein Wunder, dass die nun im Rathaus ausliegenden Änderungen des Bebauungsplans 42 und des Flächennutzungsplans 45 die Anwohner schockiert haben: Dort ist statt einer Absperrung ein Kreisverkehr am Ende der Straße vorgesehen. Die Sperre sollte eigentlich dafür sorgen, dass der Verkehr aus dem Gewerbegebiet statt über den Barsbütteler Weg anrollt. Dort soll nun künftig sogar eine Buslinie hindurch ins Gewerbegebiet führen. Auf diese Weise will die Gemeinde auch die neue Grundschule an den öffentlichen Nahverkehr anbinden. Somit wäre der Barsbütteler Weg wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet.

Politikern falle immer wieder Neues ein

Die Anlieger sind fassungslos. „Seit 30 Jahren geht das nun schon so“, beklagte Anlieger Walter Messner bei einem Treffen, zu dem wegen der Corona-Krise etwa 30 Anwohner auf den Parkplatz gekommen waren. „Kaum denken wir, wir haben einen Status quo erreicht, fällt den Politikern der nächsten Wahlperiode wieder etwas Neues ein und wir fangen wieder an, Unterschriften zu sammeln.“

Ein Verkehrsgutachten von 2017/19 zeige, dass die Straße ohnehin schon überlastet sei. Denn die meisten Autofahrer umfahren die Absperrung und nutzen den Parkplatz des einstigen Restaurants Helena. Die Anwohner bestätigen dies: „Ich habe mit meinem Arbeitgeber in Glinde vereinbart, dass ich eine Stunde früher zu arbeiten beginne, damit ich für meinen Arbeitsweg nicht so lange brauche“, erzählt Simone Stichert, Mitarbeiterin im Franchise-Bereich. Ihr Problem: Zu einer späteren Zeit schafft sie es kaum, nach links abzubiegen: erst aus der Ausfahrt, dann auf die Möllner Landstraße. Das sagen auch Ute und Alfred Dietrich. „Es ist schrecklich“, erklärt er. „1986 hatten wir hier noch eine himmlische Ruhe. Aber nun kommen wir auch wegen des Verkehrs kaum aus unserem Carport heraus.“

Rechtliche Schritte einleiten

Hans-Helmut Luther, der mit Walter Messner schon beim vergangenen Protest Unterschriften gesammelt hatte, sagt: „Jetzt muss Schluss sein.“ Er berichtete, dass er sowohl Widerspruch gegen die Änderung des Flächennutzungsplans als auch gegen den B-Plan eingelegt habe. Sollte der kein Gehör finden, sei es wichtig, mit einer Stimme zu sprechen. „Dann sollten wir rechtliche Schritte einleiten“, schläft Luther vor. „Mit einer Umlage könnten wir uns durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen.“ Rudi Behrendt stimmte zu, er sei dabei, wenn alle mitmachen.

Luthers Widerspruch wendet sich einerseits gegen die Verkehrsplanung aber auch gegen die zunehmende Versiegelung, durch die abfließendes Oberflächenwasser wegen einer Lehmlinse nördlich Breedenweg nicht versickern könne. Bei Starkregen fließe das Wasser zum niedrigsten Punkt, dem Barsbütteler Weg, und auf die niedriger liegenden Grundstücke.

Die Notwendigkeit des Busverkehrs für die künftige Schule sehen allerdings auch die Anwohner. Deshalb schlagen sie eine Umgehungsstraße vor, die über den Willinghusener Weg, durch das neue Gewerbegebiet und schließlich weder über den Barsbütteler Weg noch weiter im Osten über die Kampstraße führt. Statt dessen soll der Verkehr durch die Feldmark und dann als neue Umgehungsstraße schräg durch das Biotop Birkenhain und weiter Richtung Süden an der östlichen Wohnbebauung und dem Metallhändler Hartmann & Co vorbei, zurück zur Möllner Landstraße, fließen.