Glinde

Gut 100 neue Wohnungen am Weißdornweg geplant

Im Wohnquartier rund um den Weißdornweg gibt es mehrere Freiflächen wie diese, auf denen die Vonovia sich bis zu viergeschossigen Wohnbau vorstellt. Hier ist aber kein Baufeld gekennzeichnet, sondern das Ergebnis gärtnerischer Arbeit zu sehen. Bisher stehen nur die Vorplanungen.

Im Wohnquartier rund um den Weißdornweg gibt es mehrere Freiflächen wie diese, auf denen die Vonovia sich bis zu viergeschossigen Wohnbau vorstellt. Hier ist aber kein Baufeld gekennzeichnet, sondern das Ergebnis gärtnerischer Arbeit zu sehen. Bisher stehen nur die Vorplanungen.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Die Vonovia stellt erste Überlegungen für eine Nachverdichtung rund um den Weißdornweg vor. Die Bürger mit ins Boot geholt werden.

Glinde. Wohnraummangel ist nicht erst seit gestern Thema in Glinde. Zuletzt äußerten alle Fraktionen während der Diskussionen um eine städtische Wohnungsgesellschaft einen Bedarf an bezahlbaren Wohnungen. Doch die freien Flächen sind begrenzt. Nun stellte die Vonovia, die in Glinde 728 Wohnungen betreut, im Bauausschuss erste Ideen für eine Quartierentwicklung am Weißdornweg vor. Demnach könnten dort im Zuge einer Nachverdichtung mehr als 100 Wohnungen in sechs Neubauten entstehen.

Im Wohnquartier, das am Weißdornweg und zwischen dem Holstenkamp, dem Ahornweg und dem Schlehenweg liegt, stehen unter anderem sieben verwinkelte Wohnkomplexe. Sie stammen aus den 1960er und 1970er Jahren, um fünf weitere Gebäudetürme wurde das Quartier 2002 erweitert. Umrahmt von viel Grün und einigen Parkflächen sind auch „riesige Freiflächen“ vorhanden, wie Sven Theis, der Regionalbereichsleiter Lübeck-Süd von der Vonovia erklärt. Seit der Fusion von dem Immobilienkonzern und der österreichischen Buwog Group 2018 sind auch die 278 Wohnungen am Weißdornweg in den Vonovia-Bestand übergegangen. Die Vonovia nahm dieses Quartier daraufhin genauer unter die Lupe. Ob es an anderen Standorten auch Nachverdichtungspotenzial gibt, damit will das Wohnungsunternehmen sich zukünftig ebenfalls beschäftigen.

Bis zu 140 Zwei- und Vierzimmerwohnungen

Auf den Freiflächen des Areals stellt die Vonovia sich drei L-förmige Neubauten mit jeweils 22 Wohnungen vor. Im südlichen Bereich des Quartiers könnten ältere Garagenhöfe für drei weitere Neubauten mit je 16 Wohnungen weichen. Wegfallende Parkplätze sollen ersetzt und weitere für die neuen Bewohner geschaffen werden, so Sven Theis. Es gebe auch Überlegungen für eine Parkpalette. Für die Planungen zieht Vonovia das Hamburger Architekturbüro Elbberg hinzu.

Die Neubauten sollen zwei- bis viergeschossig und barrierearm gestaltet sein. 110 bis 114 Zwei- und Vierzimmerwohnungen zur Miete könnten hier entstehen, zu 30 Prozent öffentlich gefördert. „Um über die Kosten zu sprechen, ist es noch zu früh“, sagt Sven Theis. Die Vonovia stellt sich die Nachverdichtung im Quartier als stimmiges Gesamtprojekt vor. „Die Bestandsgebäude am Weißdornweg sollen weiterhin attraktiv bleiben“, sagt Theis. Für die Mieter könnte das neue Fassaden, Fenster, Eingangstüren und Treppenhäuser bedeuten. Die bestehenden Gebäude sollen zudem energetisch saniert werden. „Generell haben wir in Glinde viele Bestände, die wir in den nächsten Jahren renovieren müssen und wollen“, erklärt Sven Theis.

Vonovia bezieht Anwohner in Planungen mit ein

Zum großen Projekt am Weißdornweg zählt auch die Außengestaltung. Sven Theis macht in dem Zusammenhang auf die Kooperation der Vonovia mit dem Nabu aufmerksam. Nicht nur Sitzgelegenheiten, auch Wildblumenwiesen, Obstbäume und Insektenhotels seien denkbar. Auch prüfe die Vonovia den Bedarf für Car- und Bikesharing. Doch das wird alles im Dialog mit den Anwohnern besprochen, erklärt Sven Theis.

Die Vonovia plant hierzu Anwohnerbeteiligungen. Ein erster Schritt ist ein erstes Informationsschreiben, das am Freitag per Post herausgeschickt wurde. Prinzipiell seien Infoveranstaltungen und Workshops etwa in den Gemeinschaftsräumen am Willinghusener Weg möglich, wenn mit der Corona-Pandemie vereinbar. Das Gebäude, das vor allem durch die Awo genutzt wird, hatte Vonovia 2019 renoviert. Wie die Pressesprecherin Panagiota-Johanna Alexiou erklärt, soll es für das Quartier einen Standortmanager geben, der Ansprechpartner für die Mieter sein wird und diese während des Projektes begleitet.

Aufstellungsbeschluss nach Sommerferien?

Der Vorsitzende des Bauausschusses Stefan Nowatzki (CDU) erläutert auf Anfrage, die Fraktionen hätten die ersten Pläne zunächst zur Kenntnis genommen. „Es liegt nun an Vonovia, der Stadtverwaltung die Details vorzustellen“, so Nowatzki. Alles Weitere wird sich in den nächsten Sitzungen des Bauausschusses zeigen, der wieder am 9. Juli tagt. Sven Theis hofft, dass der Aufstellungsbeschluss nach den Sommerferien gefasst ist.