Rathaus-Verkabelung

IT-Umbau in Glinde kostet 1,3 Millionen Euro

Bürgermeister Rainhard Zug erklärt: „Unsere jetzige Internet- und Stromverkabelung ist quasi ein Oldtimer.“

Bürgermeister Rainhard Zug erklärt: „Unsere jetzige Internet- und Stromverkabelung ist quasi ein Oldtimer.“

Foto: Stadt Glinde / BGZ

Die alten Internet- und Stromleitungen im Glinder Rathaus weichen für die Digitalisierung. Einzelne Ämter müssen zeitweilig schließen.

Glinde. Die Glinder Bürger bekommen momentan kaum etwas davon zu spüren, und generell zeigen sich die Auswirkungen des IT-Umbaus im Rathaus wohl erst auf lange Sicht. Für 1,3 Millionen Euro wird die EDV- und Stromverkabelung ausgetauscht. „Denn bis Ende 2022 müssen wir alle unsere Dienstleistungen auch digital anbieten. Das ist zurzeit nicht möglich“, erklärt Bürgermeister Rainhard Zug.

In diesem Jahr macht sich der Umbau für die Besucher im Rathaus durch Schließzeiten der einzelnen Ämter bemerkbar. So sind das Bürgeramt und auch das Ordnungsamt heute und am Freitag nicht erreichbar. Die Mitarbeiter ziehen für die Neuverkabelung in extra hergerichtete Übergangsbüros ein. Drei von acht Umbauabschnitten sind bereits abgeschlossen, erklärt Zug. Einen neuen klimatisierten und brandschutzgesicherten Serverraum gibt es bereits seit März. Voraussichtlich Ende September sollen die Arbeiten beendet sein. „Wir liegen im Kosten- und im Zeitrahmen", sagt der Verwaltungschef.

Auch neue Internetseite und Glinde-App in Planung

Das Projekt schiebt die Stadt bereits seit einigen Jahren. 2016 tauchte der Posten zuerst im Haushalt auf. „Ursprünglich war geplant, nur die Internet-Verkabelung zu erneuern“, erklärt Zug. Doch auch die Stromversorgung stellte sich als nicht mehr leistungsfähig genug heraus. „Früher hatten die Mitarbeiter einen Rechner, einen Monitor und ein Telefon.

Heute nutzen sie teilweise zusätzlich Laptops, Drucker, laden ihre Dienst-Smartphones und Tablets“, erklärt Zug. Im Bürgerbüro kommen dazu noch weitere Geräte, etwa Kartenlesegeräte oder Fingerabdruckscanner. Die Internet-Verkabelung stammt aus den späten 1990er Jahren, erklärt Rainhard Zug. Die Stromleitungen seien gut 30 Jahre alt. „Unsere jetzige Verkabelung ist quasi ein Oldtimer.“ Aktuell merken die Mitarbeiter das auch daran, dass nicht einmal eine Videokonferenz problemlos läuft. 2019 erfolgte dann die Ausschreibung für das Millionenprojekt. Seit Januar 2020 läuft der Umbau. Ist der im Herbst abgeschlossen, werden neue digitale Angebote der Stadt in Angriff genommen. Allen voran der komplett neue Internetauftritt. Der Auftrag hierfür soll im Juni vergeben werden, erklärt Zug. Ein weiterer Schritt ist eine Glinde-App für das Smartphone oder das Tablet. Die EDV- und Stromneuverkabelung sei das „Fundament für die Digitalisierung“ aller Angebote des Rathauses, sagt der Bürgermeister.