Gemeindevertretung

Was wird aus Oststeinbeks Volkshochschule?

Gemeindevertretersitzung in Zeiten von Corona: Die Politiker in Oststeinbek tagten in der Walter-Ruckert-Sporthalle, um den nötigen Abstand einhalten zu können.

Gemeindevertretersitzung in Zeiten von Corona: Die Politiker in Oststeinbek tagten in der Walter-Ruckert-Sporthalle, um den nötigen Abstand einhalten zu können.

Foto: Pia Rabener

Politiker diskutieren über Angliederung an Einrichtung in Glinde oder Barsbüttel. Auch Alternativen werden genannt.

Oststeinbek.  Gemeindevertretersitzung in Oststeinbek – aber mit Sicherheitsabstand: Bürgermeister Jürgen Hettwer (parteilos) hatte die Politiker zur Versammlung in die Walter-Ruckert-Sporthalle eingeladen. Und mit zwölf Anwesenden war das Gremium auch knapp beschlussfähig, konnte vorläufige Entscheidungen über die Zukunft der Volkshochschule fällen.

Die von der Bundesregierung angeordneten Hygienemaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie wurden konsequent eingehalten: Mindestabstand von eineinhalb Metern, Desinfektionsmittelspender – und von den vier Besuchern wurden die Personalien aufgenommen.

Viele Rathausmitarbeiter im Homeoffice

Jürgen Hettwer informierte das Gremium zunächst über die Maßnahmen im Rathaus Oststeinbek bezüglich der Ausnahmesituation. Alle Mitarbeiter würden auf räumlicher Distanz arbeiten, seien teilweise im Homeoffice. Öffentliche Einrichtungen wie die Bücherei, Kitas und das Jugendzentrum seien geschlossen, eine Notbetreuung für Kita- und Schulkinder wurde eingerichtet.

Auf der Agenda stand an diesem Abend die Zukunft der Oststeinbeker Volkshochschule (VHS). Seit der plötzlichen Kündigung von Leiterin Marita Sachse ist der Bestand der Bildungseinrichtung in Gefahr. „Wir halten die Angliederung der VHS an die Einrichtungen in Glinde oder Barsbüttel für eine sinnvolle Alternative“, sagte Hans-Joachim Vorbeck, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Die Räume der Volkshochschule an der Möllner Landstraße 24b könnten weiterhin genutzt werden, somit eine Schließung der VHS und die damit verbundene Entlassung der restlichen zwei Mitarbeiter verhindert werden. Auch Bürgermeister Hettwer sprach sich für Vorbecks Vorschlag aus: „Wer den Anfahrtsweg zur VHS Oststeinbek auf sich genommen hat, kann ebenso gut nach Glinde fahren.“

Politiker bringen Alternativen ins Spiel

Mehrere Gemeindevertreter äußerten jedoch alternative Ideen für den Fortbestand. Einige Kurse könnten zunächst auf den Sportverein ausgelagert werden. Kurse, die sich großer Beliebtheit unter Oststeinbekern erfreuten, wie zum Beispiel der Kochkursus, könnten einen eigenen Verein gründen und auf diese Weise das Bestehen des Angebots unabhängig von der VHS sichern.

„Die zwei Mitarbeiterinnen haben mir zugesagt, dass das kommende zweite Semester gesichert ist“, so Hettwer, der eine Entscheidungsfindung bis Jahresende anpeilt. Ob es dann zur Auflösung der VHS kommt, soll in den Fraktionen bis zur nächsten Sitzung diskutiert werden. Bürgermeister Hettwer stellt in den kommenden Wochen die Idee der Angliederung in den Nachbarkommunen vor.