Vereine gefragt

Seniorentage in Glinde vor dem Aus?

Die Organisatoren der Glinder Seniorentage Hendrik Maier (li.) und Felix Schmelzer haben 2018 ihre ersten Messe im Bürgerhaus eröffnet. Knapp 40 Aussteller und pro Tag einige Hundert Besucher nahmen teil.

Die Organisatoren der Glinder Seniorentage Hendrik Maier (li.) und Felix Schmelzer haben 2018 ihre ersten Messe im Bürgerhaus eröffnet. Knapp 40 Aussteller und pro Tag einige Hundert Besucher nahmen teil.

Foto: Archivfoto: Tamm / Susanne Tamm

Veranstalter Hendrik Maier und Felix Schmelzer organisieren die Messe 2020 nicht mehr.

Glinde.  Zwei Jahre haben Hendrik Maier und Felix Schmelzer die Seniorentage im Bürgerhaus organisiert. Zuletzt waren knapp 40 Aussteller an zwei Tagen dabei. Nun wünscht sich die Stadt, dass die Messe nicht mehr durch Unternehmer, sondern beispielsweise durch einen Verein organisiert wird, sagt Hendrik Maier. Der Entschluss ist daraufhin gefallen, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. „Auch der Zuspruch war überschaubar“, sagt Maier, sowohl auf Besucher- als auch auf Ausstellerseite.

Doch das ist nicht der Hauptgrund, warum Maier und Schmelzer die Messe in Glinde nicht fortsetzen. Wie bereits berichtet, tritt Hendrik Maier (CDU) auch von seinen politischen Ämtern in Oststeinbek zurück, gibt seine Funktion als Bürgervorsteher an Hans-Joachim Vorbeck ab. Das begründete er damit, mehr Zeit für Familie und den expandierenden Bestattungsbetrieb zu brauchen. Ähnlich gehe es Felix Schmelzer, der Geschäftsführer einer Hörakustiker-Gruppe mit neun Fachgeschäften ist. „Die Organisation der Seniorentage hat zusätzlich viel eigene Kraft gekostet“, sagt Maier.

Anwerben war kein Selbstläufer

Denn anders als in Reinbek und in Barsbüttel sei das Anwerben von Ausstellern kein Selbstläufer gewesen. Nicht nur in Glinde, auch in vielen Nachbarkommunen wurden Maier und Schmelzer bei Optikern und in Apotheken vorstellig, leisteten bei Vereinen und Verbänden Überzeugungsarbeit für die Seniorentage. Maiers Folgerung: Möglicherweise ist die Nachfrage nach einer weiteren Messe neben Reinbek und Barsbüttel einfach nicht groß genug.

In Reinbek kommen im April um die 40 Aussteller für „Viva Seniores“ ins Schloss. Organisiert wird die Messe seit sieben Jahren von Susann Pötter und Anke Conradi, die Mitarbeiterinnen der Stadt im Schloss sind, sowie den zwei Ehrenamtlichen Rolf Loose und Kurt Martens des Behindertenbeirats in Reinbek. Ungefähr ein Dreiviertel Jahr Arbeit steckt in jedem Jahr hinter „Viva Seniores“, verrät Anke Conradi. Sie sei froh über die Unterstützung durch Loose und Martens.

Einnahmen nur durch Standgebühren

Im Gegensatz zu Reinbek und Barsbüttel, wo es ehrenamtliche Helfer gibt, verteilen sich die Arbeit – und auch die Kosten – in Glinde auf vier Schultern. Ausgaben für Werbe-Anzeigen, Flyer und Plakate seien hoch. Für die Nutzung des Bürgerhauses hatte die Stadt günstige Konditionen geboten, so Hendrik Maier. „Kosten waren aber höher als Einnahmen.“ Da es sich in Glinde um eine kostenfreie Info-Messe handelt, beschränkten die Einnahmen sich auf die Standgebühren.

Wie geht es also weiter? „Wir sind bereits an den Seniorenbeirat in Glinde herangetreten“, erklärt Maier. Die Vorsitzende Petra Palfi bestätigt das. Ob der Beirat die Organisation der Messe übernehmen wird, ist jedoch fraglich. „Es ist eine Menge Arbeit. Wir wollen aber während unserer nächsten Sitzung darüber sprechen“, sagt Palfi.

„Wenn zeitnah eine Entscheidung fällt, kann die Messe durchaus im Herbst noch etwas werden“, so Maier, der neue Organisatoren gern mit seinem Know-how unterstützen will. Bevor Maier und Felix Schmelzer die Organisation der Seniorentage übernahmen, war sie durch einen Makler angeboten worden.