Lange Wartezeit

Endlich feiert das Glinder Jugendzentrum Eröffnung

Peter Smith (67) ist nicht nur in der Spinosa in der Fahrradwerkstatt aktiv, er engagiert sich auch stark für nach Glinde geflüchtete Menschen. Zur Eröffnung des Jugendzentrums brachte er eine Torte: "Ich war Konditor im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg." Valentin (12), Fiona (15) und Jette (13) vom Jugendbeirat durften die Kerzen auspusten.

Peter Smith (67) ist nicht nur in der Spinosa in der Fahrradwerkstatt aktiv, er engagiert sich auch stark für nach Glinde geflüchtete Menschen. Zur Eröffnung des Jugendzentrums brachte er eine Torte: "Ich war Konditor im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg." Valentin (12), Fiona (15) und Jette (13) vom Jugendbeirat durften die Kerzen auspusten.

Foto: Büh

Zur Eröffnungsfeier des neuen Jugendzentrums in Glinde waren die Stadt und die zukünftigen Nutzer begeistert – trotz Wartezeit von acht Jahren.

Glinde. Die Last, die Charlotte Ridinger von den Schultern fiel, war ihr deutlich anzusehen. Die Leiterin des neuen Jugendzentrums am Oher Weg 24 freute sich am Freitag sichtlich über die endlich erfolgte Eröffnungsfeier. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben, Kinder und Jugendliche mussten lange auf den Treff warten. Knapp eine Million Euro wurden in das Gebäude investiert, um aus der ehemaligen Gaststätte mit Kegelbahn ein zeitgemäßes Jugendzentrum zu zaubern.

„Noch sind die Wände kahl. Macht was draus!“

„Im Juni 2019 hatten wir das neue Konzept beschlossen“, erklärte Bürgermeister Rainhard Zug. Doch dann gab es Probleme mit Handwerkern, auch die Personalsuche gestaltete sich schwierig. Erstmals stand das neue Jugendzentrum im Jahr 2012 zur Debatte. „2015 haben hier dann bis zu 15 geflüchtete Menschen gleichzeitig Hilfe erhalten. Auch das war richtig und wichtig“, so Zug. Auch er war spürbar zufrieden mit dem Ergebnis, welches er am 24. Januar – passend zur Hausnummer – offiziell übergeben durfte: „Es war die richtige Entscheidung zu warten. Wenn, dann machen wir es richtig“, sagte der Bürgermeister.

Geduldig lauschten viele Kinder und Jugendliche den kurzen Dankesworten. Der Zielgruppe angepasst sollte der bunte Akt sein. Rainhard Zug schloss mit der Aufforderung: „Noch sind die Wände weiß und kahl. Gebt Gas! Macht was draus!“ Einzig eine Wand ist mit einem Graffiti besprüht, der Rest soll von den Jugendlichen gestaltet werden.

200 Befragungen zum Lieblingsplatz in Glinde

„Ihr sollt Euch hier wohlfühlen“, sagte Charlotte Ridinger zu den Anwesenden. Aus rund 200 Befragungen nach ihrem Lieblingsplatz in Glinde, kam heraus: „Nicht nur am Markt seid Ihr gerne. Euer weiterer Lieblingsort ist Euer Zuhause. Damit habt Ihr uns eine echte Herausforderung gestellt.“ Der selbstgesetzte Anspruch des neuen Jugendzentrums: Es soll zum Lieblingsort aller Kinder und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 27 Jahren werden. „Öffentlich und doch ein Rückzugsort“, sagte Charlotte Ridinger in ihrer Rede.

Augenscheinlich ist dies gelungen. Schnell wurden alle Räume in Beschlag genommen: Während sehr angenehm die Gruppe „Days of Northern Lights“ aus Bad Oldesloe musizierte, wurde im Keller bereits ordentlich gezockt: Nicht nur die eSports-Angebote an der Spielekonsole gehörten zu den Aktionen mit Warteschlange. Auch ein Spiel, bei dem die Teilnehmer die Bewegungen eines digitalen Vortänzers nachahmen mussten, gehörte zu den Höhepunkten. Auch Eltern und Betreuer hatten ihren Spaß – wenn sich viele Erwachsene zunächst auch scheuten, mitzumachen. Auch hier hatten die Kinder ihnen etwas voraus.