Bürgervorsteher

Hendrik Maier legt alle Ämter in Oststeinbek nieder

Bürgermeister Jürgen Hettwer dankte Hendrik Maier (li.) gestern während des Neujahrsempfangs für sein politisches Engagement in Oststeinbek.

Bürgermeister Jürgen Hettwer dankte Hendrik Maier (li.) gestern während des Neujahrsempfangs für sein politisches Engagement in Oststeinbek.

Foto: Stephanie Rutke / BGZ

Hendrik Maier (CDU) ist seit 15 Jahren politisch aktiv und zurzeit Bürgervorsteher in Oststeinbek. Zum 28. Januar legt er seine Ämter nieder.

Oststeinbek. Die Nachricht schlug gestern auf dem Neujahrsempfang Wellen: Gastgeber Bürgervorsteher Hendrik Maier (CDU) gab im Alter von nur 37 Jahren seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik zum 28. Januar bekannt. Seine Gründe hatte er gleich dabei: Seine Frau Katja samt der Söhne Henri (2) und Luka (zweieinhalb Monate).

Bürgervorsteher verzichtet der Familie zuliebe

„Ich entscheide mich nicht gegen die Kommunalpolitik, sondern für meine Familie“, betonte er. Er verabschiede sich mit einem weinenden und einem lachenden Auge von seinen politischen Ämtern, aber nicht aus der CDU.

„Aber reden kann ich mit den Menschen ja weiterhin“, tröstet er sich. Denn das Moderieren zwischen den Fraktionen und das Reden mit den Bürgern habe ihm immer Spaß gemacht. „Das liegt mir und das positive Feedback, das ich danach oft bekommen habe, fühlt sich gut an“, sagt er: „Aber wenn mein kleiner Sohn mich in den Arm nimmt und ,Papa’ sagt, fühlt sich das noch besser an.“

Viel Zeit für das Ehrenamt investiert

Gut zwei Stunden pro Tag habe er zuletzt in das Ehrenamt investiert: Politische Sitzungen leiten und vorbereiten – nicht nur durch Lesen von Unterlagen, sondern auch vor Ort und durch Sprechen mit Betroffenen – Geburtstagsbesuche, Hochzeitjen, Jubiläen, Weihnachtsfeiern der Vereine und Verbände, Moderationen beim Marktfest, beim Maibaumfest, beim Volkstrauertag und beim Neujahrsempfang. Das konnte er nur mit seinem Beruf vereinbaren, weil er als Bestattermeister in einem familiengeführten Betrieb arbeitet.

„Aber auch der expandiert“, erläutert Maier. Mittlerweile gibt es eine zweite Filiale in Glinde, die Zahl der Mitarbeiter wächst. Außerdem seien vormittags die meisten Begräbnisse – gleichzeitig mit den Jubiläumsfeiern. Und die politischen Sitzungen und Versammlungen beginnen meist zur klassischen Zu-Bett-Geh-Zeit der Kinder.

Kinder nicht nur zum Frühstück sehen

„Und ich will kein Papa sein, der seine Kinder nur manchmal zum Frühstück sieht“, erklärt der 37-Jährige. Auch ein drittes Kind wollen er und seine Frau Katja nicht ausschließen. Familie und Beruf brauchen mehr von seiner Zeit. Von seinem liebsten Hobby, dem Angeln, will er gar nicht reden. Im vergangenen Jahr habe er es gerade zweimal geschafft, dem nachzugehen.

Trotz seiner erst 37 Lebensjahre war Hendrik Christian Maier rund 15 Jahre lang politisch aktiv. Schon 2005 während seines Politik-Studiums an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr wurde er Ortsvorsitzender der Oststeinbeker CDU. Während seiner kommunalpolitischen Karriere war er Mitglied in jedem Fachausschuss des Ortes, im Finanzausschuss führte er sogar zehn Jahre lang den Vorsitz.

Konflikte um ungeliebte Bürgermeisterin

Seine Stärke war sein ausgleichendes Wesen. „Mir war der Konsens immer sehr wichtig“, bestätigt Maier: „Wir haben nicht immer mein bevorzugtes Ergebnis gefunden, aber immer das der Mehrheit.“

Sein ausgleichender Charakter war in der Krise um die Bürgermeisterin Martina Denecke (Mai 2011 bis zur ihrer Abwahl im März 2013) besonders gefordert. Er ging in dieser Phase durch eine harte Schule. „Ich war anfangs von ihr überzeugt, lag aber leider falsch", erzählt er: „Ich musste in dieser Situation viele Konflikte aushalten: aggressiv auftretende Ortspolitiker, knallende Türen. Der gesamte Ort rumorte. Aber ich war immer gezwungen, eine Mehrheitslösung zu finden.“

Nachfolger wird am 28. Januar gewählt

Nach der Abwahl habe er zum stellvertretenden Bürgermeister Hans-Joachim Vorbeck ein gutes Verhältnis gewonnen. „Dann ging es nur noch bergauf“, stellt der Bürgervorsteher fest. Sein Nachfolger wird in der Gemeindevertretung am 28. Januar gewählt. Eines will Hendrik Maier jedoch nicht ausschließen: „Vielleicht kehre ich in 20 Jahren in die Kommunalpolitik zurück“, sagt er.