Beteiligung

Radverkehr: Glinder sollen am Konzept mitarbeiten

Brenzlige Situationen mit Radfahrern sind an der Ausfahrt des Mühlencenters häufig.

Brenzlige Situationen mit Radfahrern sind an der Ausfahrt des Mühlencenters häufig.

Foto: Susanne Tamm

Das Radfahren soll in Glinde sicherer und attraktiver werden. Vorschläge können online eingetragen werden. Über 40 Ideen gibt es bereits.

Glinde. Seit einem Antrag der Grünen aus dem Jahr 2014 beschäftigt die Politik sich bereits mit einem Radwegekonzept. Im Sommer dieses Jahres traf sich zuerst eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Fraktionsmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitern, dem ADFC sowie einem externen Planungsbüro. Als Grundlage dienen Mängellisten der Grünen sowie der FDP und eine im Sommer 2018 zusammengestellte, 38-seitige Bestandsaufnahme durch die Verwaltung. Bis zum 26. Januar sind auch die Glinder gefragt, die ihre Ideen im Internet zusammentragen können.

Planungsbüro im Einsatz

Die Ziele des Konzeptes: den Radverkehr sicher, komfortabel, zügig und attraktiv gestalten. Ein flächendeckendes und gut befahrbares Radverkehrsnetz, das nicht nur Stadt- und Ortsteile optimal verbindet, sondern auch die Anbindung an Nachbarkommunen und den ÖPNV berücksichtigt, ist Teil der Planung. Bauliche Mängel, fehlende Querungen und Verkehrsführung werden eingeflochten.

2016 gaben die Grünen mit einem Antrag Anstoß für die Beauftragung eines Radwegekonzeptes. Seit 2018 ist das Hamburger Planungsbüro Gertz Gutsche Rümenapp Stadtentwicklung und Mobilität GbR im Einsatz, das auch am Ortsmittenkonzept der Stadt arbeitet. So können auch in der Stadtmitte angepeilte Veränderungen wie der Bau der zentralen Bushaltestelle am Marktplatz im Einklang mit dem Radwegekonzept geplant werden.

Diplom-Ingenieur des Planungsbüros Jens Rümenapp moderiert die Arbeitsgruppe, die 2019 zweimal zusammenkam. „In unseren Sitzungen haben wir gemeinsam mit dem Planungsbüro Möglichkeiten diskutiert“, sagt Jan Schwartz, der die Grünen-Fraktion in der Gruppe vertritt.

„Unser Ziel ist es, dass die Leute vom Auto auf Busse oder auf das Fahrrad umsteigen. Besonders wichtig ist dabei, dass das Radwegekonzept zu keiner Insellösung wird.“

Mit den Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe im Hinterkopf, war das Planungsbüro in den vergangenen Wochen damit beschäftigt, vorhandene Wege zu bewerten und erste Vorschläge zur Verbesserung zu entwickeln, weiß die Pressesprecherin der Stadt Glinde, Katharina Richter.

46 Ideen sind bisher eingegangen

Um die Bürger an dieser Stelle mitzunehmen, stellte das Planungsbüro eine interaktive Karte online, wo Anregungen anonym eingetragen werden können. Die Karte ist unter www.buergerbeteiligung.de/radverkehr-glinde aufrufbar. 46 Ideen sind bereits eingegangen (Stand: 30. Dezember, 16 Uhr).

Die meisten Markierungen finden sich an der Möllner Landstraße, am Oher Weg sowie am Holstenkamp. Darunter auch die Ausfahrt vom Mühlencenter. „Hier werden Radfahrer regelmäßig übersehen“, schreibt ein Nutzer. Eine Lösung wird direkt mitgeliefert: eine auffällige Markierung, die Autofahrer auf den Radverkehr hinweist.

Das Planungsbüro nimmt Ideen auch per E-Mail an radverkehr-glinde@ggr-pla nung.de oder per Post an Gertz Gutsche Rümenapp GbR, Johann-Georg-Straße 17, 10709 Berlin entgegen. „Die Bürgerbeteiligung wird dann vom Planungsbüro ausgewertet“, sagt Jan Schwartz, der auf ein Ergebnis im Spätsommer hofft. „Der neue Umweltausschuss entscheidet über das Konzept. Die erste öffentliche Sitzung ist im März.“

Maßnahmen sind für 2020 noch nicht zu erwarten, denn im Haushalt steht kein Budget parat. Fördermittel sollen laut Bürgermeister jedoch bereits beantragt werden, die für Verbesserungen am Oher Weg und am Papendieker Redder genutzt werden könnten.