Birkenhain

Steht der Naturpfad in Oststeinbek vor dem Aus?

Diesen Teich hatte der BUND bereits in den 1980ern angelegt und nun gereinigt und entschlammt.

Diesen Teich hatte der BUND bereits in den 1980ern angelegt und nun gereinigt und entschlammt.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Nach einer Menge Arbeit am Naturpfad gibt der BUND auf: Denn die Verwaltung will Kosten und Arbeit auf den Verein abwälzen, so der Vorsitzende.

Oststeinbek. Es war weit mehr als nur eine Idee: Nach dem Beschluss im Umweltausschuss hatten fünf Mitglieder des BUND gemeinsam mit 20 Mitarbeitern des Sponsors Northland Power aus Oststeinbek bereits die Arbeit im Waldstück am Birkenhain aufgenommen. Kleine Stationen für den geplanten Naturerlebnispfad sowie eine Menge Vorarbeit wurden an einem Tag Ende Oktober geleistet. Ein Projekt, um Spaziergängern und Schulkindern die Natur näher zu bringen und erlebbar zu machen. Doch nun ist der Naturpfad gestorben – jedenfalls von Seiten der BUND-Gruppe Oststeinbek. „Arbeit und Kosten sollen auf den BUND abgewälzt werden. Für uns ist das Ding gelaufen“, so Vorsitzender Jochen Bloch.

„Die Verwaltung hat bestimmt Gründe, die wir respektieren“, sagt Petra Roll von Northland in Oststeinbek auf Anfrage. „Wir fanden den Naturerlebnispfad eine brillante Idee und können uns aber vorstellen, mit dem BUND weiterzuarbeiten.“ Die Summe, die Northland der Ortsgruppe für den Pfad zusprach, sollte unter anderem in Lehrtafeln oder eine Sitzgruppe fließen.

Totholzbeseitigung kostet bis zu 10.000 Euro

Der geschlängelte Waldweg durch das 1,2 Hektar große Areal am Birkenhain führt an der Kampstraße entlang bis zum Willnbrook und ist Eigentum der Gemeinde. Nach einstimmigem Beschluss von September, dass der BUND gemeinsam mit Sponsor Northland Power hier einen Naturerlebnispfad errichtet, stellte Northland Power 20 Mitarbeiter frei, die sich gemeinsam mit fünf BUND-Mitgliedern Ende Oktober ans Werk machten. Sie schnitten Wege frei, sammelten Totholz, entschlammten und reinigten Teiche. Einen Teil des Totholzes nutzten sie für eine Benjeshecke, einen anderen als Nist- und Überwinterungsmöglichkeit für Tiere.

Unterdessen hielt Jochen Bloch Kontakt mit der Gemeindeverwaltung, wurde über die Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde informiert sowie über den Kontakt zur Forstbehörde. Die machte die Verwaltung auf die Verkehrssicherungspflicht aufmerksam. Gefahr besteht durch möglicherweise herunterfallendes Totholz. Bis zu 10.000 Euro könne die Beseitigung kosten, wird ein Baumkletterer engagiert. Das habe die Verwaltung Bloch mitgeteilt.

„Pflegepatenschaft reicht der Verwaltung nicht“

Die gegebenenfalls anfallenden Kosten durch eine externe Beauftragung, könnte „unter Umständen dem BUND/Sponsor in Rechnung gestellt werden“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung zur Sitzung des Umweltausschusses. „Northland ist nicht für Totholzbeseitigung zuständig, sie wollen uns mit ihrem Sponsoring helfen, den Lehrpfad aufzubauen. Auch der BUND kann das nicht leisten. Wir können der Gemeinde nur eine Pflegepatenschaft bieten. Das hat der Verwaltung nicht gereicht“, so Bloch.

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses folgte dann ein weiterer Dämpfer für den BUND. Sollte der Naturerlebnispfad zurückgebaut werden müssen, soll die Verpflichtung hierfür auf die Ortsgruppe übergehen.

Oststeinbek kann Pflege nicht leisten

Am Dienstag einigten Mitglieder der Oststeinbeker BUND-Gruppe sich, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. „Gemeinde und Politik signalisierten, dass sie sehr interessiert seien, dass der Pfad existiert. Was ich aber verstehe, ist: ,Wir wollen keine Kosten und nicht zu viel Mehrarbeit.’“

Hendrik Maier (CDU) erläutert aus dem Umweltausschuss: „Durch viele Baumaßnahmen ist Oststeinbek am Maximumlevel.“ Die Pflege der Anlage könne nicht umgesetzt werden. Stefan Greye (OWG), ebenfalls Mitglied des Ausschusses, sagt: „Ursprünglich hieß es, dass keine Folgekosten für die Gemeinde entstehen.“ Regelmäßige Kosten für einen Baumkletterer seien „unverhältnismäßig“. Die Verwaltung prüft nun langfristige Ausgaben für den Pfad. Außerdem soll ein neuer Standort gefunden werden, der für die Baumpflege besser anzufahren ist.