Betrug

Oststeinbek: Anzeigen gegen Ballonteam Hamburg

Aus den Ballons vom „Ballonteam Hamburg“ ist die Luft raus. Zuletzt fielen die Fahrten in und um Hamburg immer wieder aus.

Aus den Ballons vom „Ballonteam Hamburg“ ist die Luft raus. Zuletzt fielen die Fahrten in und um Hamburg immer wieder aus.

Foto: Symbolfoto: Schwirten / Archiv

Oststeinbek. Gegen den Geschäftsführer des Oststeinbeker Unternehmens „Ballonteam Hamburg“ ermittelt zurzeit die Staatsanwaltschaft Lübeck.

Oststeinbek. Der Traum von der Fahrt mit dem Heißluftballon platzte für etliche Kunden: Zurück blieben sie mit Fahrscheinen im Wert von teils mehreren Hundert Euro und der Wut darüber, das investierte Geld womöglich nie wieder zu sehen. Rund ein Dutzend Geschädigte stellten bei der Staatsanwaltschaft Lübeck Anzeige wegen Betruges, wie Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst bestätigt. Neben Ermittlungen wegen Betruges wird zudem gegen den Geschäftsführer des Oststeinbeker Unternehmens wegen Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt.

2015 übernahm Robert V. die Geschäftsführung des besagten Unternehmens „Ballonteam Hamburg“ in Oststeinbek. Ab 179 Euro pro Person bot das Unternehmen hier noch bis März dieses Jahres Tickets für Ballonfahrten an – obwohl das Unternehmen bereits zum 15. Februar 2019 seine Geschäftstätigkeit eingestellt hatte, wie das NDR-Magazin „Markt“ berichtet.

Unternehmen nicht mehr erreichbar

Der Hamburger Morgenpost schilderten Kunden aus Hamburg und Hannover ihre Erfahrungen mit „Ballonteam Hamburg“. Immer wieder wurden Fahrten aufgrund von Wind und Wetter abgesagt. Irgendwann sei das Unternehmen nicht mehr erreichbar gewesen. Auf der Website war zuletzt nur noch der Hinweis zu sehen, das Unternehmen habe seine Geschäftstätigkeit „umständehalber“ aufgegeben. Mittlerweile ist die Homepage vom Netz und die damalige Telefonnummer ist nicht mehr vergeben.

Kunden, die Forderungen an das „Ballonteam Hamburg“ stellen, sollten die an den Liquidator Alfred L. weiterleiten. Doch nach Recherchen des NDR habe Alfred L. nie auf Briefe der Geschädigten geantwortet. Zum Teil seien diese ungeöffnet zurückgekommen. Alfred L. sei Albaner, der die Deutsche Sprache nicht beherrscht. Er habe mehrfach seine Adresse geändert und sei nicht aufzufinden gewesen.

Schadenssumme noch unbekannt

Als Liquidator wurde er am 19. Februar dieses Jahres bestellt, um die GmbH abzuwickeln. Die Aufgabe des Liquidators besteht unter anderem darin, die Vermögensgegenstände der Gesellschaft in Bargeld umzuwandeln und mit diesem die Gläubiger zu bedienen. Nach Auflösung der GmbH haben die Betroffenen ein Jahr lang Zeit, Forderungen geltend zu machen. Auch gegen Alfred L. laufen zurzeit Ermittlungen wegen Verdachts der Insolvenzverschleppung.

Wie hoch die Schadenssumme ist, dazu kann die Staatsanwaltschaft aktuell keine Auskunft geben, die Ermittlungen laufen. Bei der Hamburger Morgenpost meldeten sich jedenfalls teils Kunden, die Fahrkarten im Wert von 800 Euro erwarben.

Kunden könnten leer ausgehen

Der richtige Weg für Kunden, die Ansprüche gegenüber „Ballonteam Hamburg“ stellen, ist die Kontaktaufnahme mit dem beauftragten Liquidator, wie auch Rechtsanwalt Frank Poillon aus Wentorf bestätigt. „Er verwaltet das Restvermögen und prüft, ob der Anspruch berechtigt ist.“ Da jedoch wie im Oststeinbeker Fall weder Liquidator, noch Geschäftsführer erreichbar sind, bleiben den Kunden nicht mehr viele Optionen. Eine Klage sei natürlich möglich. „Wenn es jedoch wirklich nichts zu holen gibt, könnte es unter Umständen darauf hinauslaufen, dass der Kunde leer ausgeht“, sagt Poillon. Im schlimmsten Fall bleiben die Geschädigten dann sowohl auf den Ticketkosten für die Ballonfahrt, als auch auf den Kosten für Anwalt und Gerichtsverfahren sitzen.