Befragung

Resonanz auf Naturkita in Oststeinbek ist positiv

Die Grashüpfer der Kita Gerberstraße waren schon 2011 zwei Drittel des Tages in der Feldmark und im Wald unterwegs.

Die Grashüpfer der Kita Gerberstraße waren schon 2011 zwei Drittel des Tages in der Feldmark und im Wald unterwegs.

Foto: Susanne Tamm

Interesse für 53 von 600 Kindern an Betreuung im Freien ist da.

Oststeinbek. Alle waren von der Idee der Liberalen angetan: eine Kita, in der sich die Lütten tagsüber vorwiegend in der Natur aufhalten, dort lernen und spielen. Bürgermeister Jürgen Hettwer könnte sich dafür die Waldflächen am Eingang sowie am Ausgang der Möllner Landstraße und am Hünengrab vorstellen. Sogar ein neuer Privatforst war dafür im Gespräch.

Nun sind die Anstifter der FDP etwas enttäuscht: Die Nachfrage vonseiten der Familien ist vergleichsweise gering. Die Verwaltung befragte die Familien von etwa 600 Kindern im Alter von ein bis sechseinhalb Jahren. Für 53 Kinder signalisierten die Familien ein grundsätzliches Interesse.

2013 keine Resonanz

„Damit können wir durchaus mit einer Gruppe starten“, sagt der Bürgermeister. 2013 hatte es schon einmal eine Abfrage gegeben. Damals gab es hingegen keine Resonanz „Das lässt sich nicht vergleichen“, sagt Hettwer. Damals habe eine private Elterninitiative angefragt. In Zeiten von „Fridays for Future“ hatten sich die Oststeinbeker Liberalen aber etwas mehr erhofft. 2011 hatte man mit der Gruppe der Kita Gerberstraße, die zeitweise im Jugendzentrum am Meessen untergekommen war, ein naturnahes Konzept verfolgt und gute Erfahrungen gemacht.

Als ein gutes Ergänzungsangebot für Oststeinbek haben die FDP-Politiker die Naturkita vorgeschlagen. Denn sie waren nach einer Besichtigung der Aumühler Waldkita und Gesprächen mit Betreuern und Trägern überzeugt von dem Konzept, berichtete Carsten Bendig, Fraktions-Vize der FDP. „Als ich mir die Kita in Aumühle angesehen hatte, war ich hellauf begeistert“, sagte er. Die Einrichtungsleiterin dort, Anita Babendererde habe erläutert, welche pädagogischen Vorteile eine derartige Einrichtung bietet. Die Kinder seien nicht nur viel an der frischen Luft, sie würden auch einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur lernen, seien gut in Fein- und Grobmotorik und seien für ihr Alter sehr selbstständig.

Mindestens zwei geschulte Erzieher

Ein weiterer Vorteil wäre der Betreuungsschlüssel: Anders als in normalen Elementargruppen, wo 1,5 Stellen sich um 20 Kinder kümmern, sieht das Gesetz vor, dass in einer derartigen Betreuungseinrichtung mindestens zwei in Naturpädagogik geschulte Erzieher eine Gruppe von 15 Kindern betreuen sollen.

Zwar sind zurzeit in Oststeinbek alle Kinder in Kita-Gruppen untergebracht, doch bereits gegen Ende des Jahres könnte sich wieder ein Platzmangel im Elementarbereich ergeben. Immer wieder diskutiert die Politik über die Schaffung neuer Gruppen oder gar einer neuen Kita.

Der Bürgermeister will das Ergebnis dem Kulturausschuss präsentieren. Fällt die Politik einen positiven Grundsatzbeschluss, würde die Verwaltung mögliche Standorte suchen und Kontakte zu möglichen Trägern aufnehmen. Die Trägerschaft müsste allerdings ausgeschrieben werden, Genehmigungen eingeholt werden. Die Kosten schätzt der Bürgermeister auf 50.000 bis 100.000 Euro. „Eine Umsetzung wäre frühestens im Sommer möglich“, sagt Jürgen Hettwer.