Trauer um Michael Aronsson

Verunglückter Pilot war Arzt in Glinde

Die Gemeinschaftspraxis blieb am Tag nach dem Unfall geschlossen.

Die Gemeinschaftspraxis blieb am Tag nach dem Unfall geschlossen.

Foto: Thomas Voigt

Glinde. Trauer um den charismatischen Mediziner Michael Aronsson – Die Gemeinschaftspraxis blieb gestern geschlossen.

Glinde. Die Menschen in Glinde trauern um einen charismatischen Mediziner. Der 63-jährige Internist Dr. Michael Aronsson ist am frühen Donnerstagabend tödlich verunglückt. Wie erst am Freitag bekannt wurde, war er der Pilot, der beim Landeanflug auf den Segelflugplatz Boberg in einem Segler des Hamburger Aero Club (HAC) Boberg aus etwa 100 Metern Höhe plötzlich abstürzte und beim Aufprall getötet wurde. Dr. Michael Aronsson hinterlässt eine Ehefrau und einen Sohn.

Gemeinschaftspraxis blieb geschlossen

Patienten der Gemeinschaftspraxis an der Möllner Landstraße 78 standen gestern vor verschlossener Tür. Unter ihnen auch Ragna Budde, Ehefrau von Glindes Bürgervorsteher Rolf Budde. Wie die anderen stand auch sie zunächst vor einem Rätsel, als sie die Notiz unten an der Haustür las: „Achtung! Am Freitag bleibt unsere Praxis aufgrund eines tragischen Unfalls geschlossen. Vertretung übernimmt Praxis Zingel, Markt 1, in Glinde.“ Michael Aronsson war dienstältester Mediziner der Praxis, die er seit 1991 als Internist mit betrieb, zuletzt mit drei Kolleginnen. „Ich bin tief bestürzt, dass dieser einfühlsame und fachkundige Arzt so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde“, sagte Ragna Budde. Die Redaktion konnte die Gemeinschaftspraxis gestern auch telefonisch nicht erreichen.

Michael Aronsson galt als erfahrener Pilot

Unter den Vereinskollegen im HAC galt Michael Aronsson als erfahrener und sicherer Pilot. Was Auslöser des Absturzes war, ist unklar. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) in Braunschweig untersucht die drei Wrackteile auf Defekte. Der verunglückte Pilot wird im Hamburger Institut für Rechtsmedizin auf eine mögliche medinische Ursache des Unfalls untersucht. Als unwahrscheinlich aber nicht völlig ausgeschlossen gilt die Kollision mit einer Drohne.

Der HAC trauert um sein aktives Mitglied. Ein für Sonntag angesetzter Infotag auf dem Flugplatz ist abgesagt.