Zuhause für Tiere

27 Paten stehen hinter der Blühwiese

Am Willinghusener Weg gegenüber vom Ostkreuz Center kamen die Blühpaten und Unterstützer der Blühfläche auf Henrik Kratzmanns (Mitte) Acker zusammen.

Am Willinghusener Weg gegenüber vom Ostkreuz Center kamen die Blühpaten und Unterstützer der Blühfläche auf Henrik Kratzmanns (Mitte) Acker zusammen.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Oststeinbek. Erste Begehung auf dem Feld von Henrik Kratzmann.

Oststeinbek. Ein paar Hundert Meter entfernt pesen die Autos über die A 1, gegenüber erstreckt sich das Ostkreuz Center. Inmitten von all dem schaffte Henrik Kratzmann ein Zuhause für Bienen, Hummeln, Käfer und Hasen. Rund 1,2 Hektar seines Ackers am Willinghusener Weg bepflanzte er mit einer regio­nalen Blühsaat. Getragen wird das Projekt von derzeit 27 Blühpaten. Auf Einladung des Landwirts machten die sich gestern selbst ein Bild.

Interessiert schaute sich Sieglinde Neckel (82) aus Neuschönningstedt um. Zurzeit blühen zwar fast nur noch die Sonnenblumen, doch ein Summen und Brummen war noch immer zu hören, und auch eine Menge Schmetterlinge kreisten über das Feld. „Ich selbst bin im Odenwald aufgewachsen“, sagte die naturverbundene Seniorin. 115 Euro investierte sie in das Projekt und ist für zwei Jahre Patin. „Man muss etwas tun für die Natur“, findet sie. Bernhard Bökeler (70) aus Oststeinbek kennt Familie Kratzmann sehr gut. Am Sonntag sicherte er seine Unterstützung zu: „Ich finde das Projekt große Klasse.“

Insektenhotels und Nistkästen

Mit einer Spende in die Kaffeekasse unterstützten die Blühpaten gestern auch ein Bauprojekt der Helmut-Landt-Grundschule und des BUND. Insektenhotels und Nistkästen sollen demnächst im Werkunterricht gebaut werden. Sechs Schulklassen sind zudem Blühpaten. Die Kosten übernimmt der Förderverein der Schule.

Patenschaften werden online unter www.blueh-dir-was.de abgeschlossen. Ak­tuell betreut Kratzmann auf 15.500 Quadratmetern Blühflächen, wovon 1930 Quadratmeter über Patenschaften getragen werden. „Momentan mache ich ein riesengroßes Minus“, sagt Kratzmann, der eine Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen plant. Mindestens zwei Jahre lang sollen die Blühflächen stehenbleiben, finden sich ausreichend Paten, dann länger.

Langsam in die Winterpause

So langsam gehen die Blühwiesen des Landwirts jetzt in die Winterpause. „Ich lasse die Pflanzen stehen. So haben die Tiere Nahrung und eine Möglichkeit zur Überwinterung. Auch Bodenbrüter wie beispielsweise Schnepfen finden geschützten Platz“, sagt Henrik Kratzmann.