Stormini

Großer Auftritt in der Kinderstadt zum VIP-Tag

Ohne Anmeldung im Bürgeramt, darf niemand Stormini betreten. Auch kein Ministerpräsident. Dafür gibt es aber auch ein Begrüßungsgeld. „Man sieht Herrn Günther ja nicht alle Tage. Es war cool ihm das Geld zu geben“, erklärt Felix (11), aus Barsbüttel.

Ohne Anmeldung im Bürgeramt, darf niemand Stormini betreten. Auch kein Ministerpräsident. Dafür gibt es aber auch ein Begrüßungsgeld. „Man sieht Herrn Günther ja nicht alle Tage. Es war cool ihm das Geld zu geben“, erklärt Felix (11), aus Barsbüttel.

Foto: Florian Büh

Barsbüttel. Storminis Bürgermeister Rouven begrüßte Ministerpräsidenten Daniel Günther zum VIP-Tag in der Kinderstadt.

Barsbüttel.  Ganz staatsmännisch begrüßt Rouven (11) aus Barsbüttel, amtierender Bürgermeister der Kinderstadt Stormini, gemeinsam mit Emma (13), seiner Stellvertreterin, am VIP- Besuchstag den „derzeitig wohl zweitmächtigsten Mann Deutschlands“: Gemeint ist Daniel Günther. Der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins ist derzeit zugleich Bundesratspräsident, was Stefan Kühl, den 1. Vorsitzenden des Kreisjugendringes Stormarn später zu genau dieser Umschreibung verleitet.

Bei einer Stadtführung von Bewohnerin Angelina (11) aus Barsbüttel, konnten die prominenten Besucher viele Blicke hinter die Kulissen und direkt in den einwöchigen Alltag der „jüngsten Stadt“ werfen. Die Schülerin ist zum ersten Mal dabei: „Erst bei der dritten Bewerbung hatte es geklappt.“

280 Kinder leben autark

Mitorganisatorin Johanna Mierendorff erklärt: „Wer drei Mal nicht dabei sein konnte, sollte beim vierten Mal einen Platz bekommen - so unser Wunsch.“ In diesem Jahr hatten sich 592 Kinder zwischen 9 und 13 Jahren auf die 280 Plätze beworben. Es ist die zwölfte Auflage der Kinderstadt: Eine Woche, 100 Kinder aus Barsbüttel, 180 aus dem restlichen Kreisgebiet, zelten auf dem Schulgelände - leben komplett autark und nach den Regeln einer Städtegemeinschaft. 200 Helfer und Gruppenleiter unterstützen.

28 erwachsene Arbeitgeber haben Zelte auf dem Gelände der Erich Kästner Gemeinschaftsschule am Soltausredder bezogen, darunter viele Handwerker: „Wir wollen den Kindern zeigen, wie schön unsere Berufe sind“, erklärt Roland Lüders, Sanitärtechnikmeister aus Siek. Er lässt Kinder löten und drehen, Kupfer und Stahl bearbeiten.

Kinder erhalten 10 Stormark Stundenlohn

Aus den unterschiedlichsten Berufen können Storminis auswählen: Teilweise finden diese nur am Vor- oder Nachmittag - teilweise aber auch mit Überstunden statt. Der Stundenlohn beträgt 10 Stormark der eigenen Währung, die jedes Jahr neu gedruckt wird. „Wer mehr verdient, muss auch mehr Steuern bezahlen“, erklärt Rouven wie selbstverständlich.

Erst spät am Vorabend setzten sich die gewählten Stadtoberhäupter Rouven und Emma gegen zwei weitere Kandidaten mit einfacher Mehrheit durch, wurden sogleich ernannt: „Das Wahlsystem ist etwas kompliziert“, sagt Emma, die eigentlich in Ahrensburg wohnt. Woher allerdings die Bürger Storminis kommen, ist total egal. Auch, ob ein Ministerpräsident oder der ehemalige Vorsitzende der SPD im Land, Ralf Stegner, unter den Besuchern ist oder nicht: „Wir müssen jetzt weiter!“, ruft Angelina und führt die Reisegruppe durch ein Radio- und ein Fernsehstudio, vorbei an der duftenden Küche - zum großen Pausenhof.

Stormini 2020 in Ammersbek

Besucher aus Politik und Gesellschaft wurden auf dem Podium der großen Bühne vorgestellt - doch dann wurde es wieder jung: „Ich schnippe einen Kugelschreiber. Jeder muss nacheinander Stopp sagen. Wenn die Mine rausschaut, dann notieren wir unser diesjähriges Motto auf dem Arm“, ruft Bildungsreferent und Moderator Hannes de Buhr. Sichtlich mit Freude machte der Ministerpräsident mit, verlor die „Wette“. Da Wettschulden Ehrenschulden sind, ließ er sich lachend per wasserfestem Stift das Motto auf den Arm schreiben. Kreispräsident Hans-Werner Harmuth konnte unter tosendem Beifall gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Holstein Thomas Piehl indes verkünden: „Die Finanzierung für 2020 ist gesichert.“ Dann geht’s für Stormini nach Ammersbek.