Ende des Offenen Ganztags

Ab 2020 nur Betreuung im Schulhort

Grundschüler bei einer Mathe-Übung (Symbolfoto)

Grundschüler bei einer Mathe-Übung (Symbolfoto)

Foto: Marcel Kusch / dpa

Glinde. Die Politik möchte das Aus für den Offenen Ganztag an Glinder Grundschulen. Dadurch werden die Kosten steigen.

Glinde.  Die Nachmittagsbetreuung der Kinder an den beiden Glinder Grundschulen Wiesenfeld und Tannenweg wird nach den Sommerferien 2020 einheitlich als Hort in Trägerschaft der Stadt organisiert. Das zu beschließen, empfahlen insgesamt 21 Mitglieder des Kultur- und des Sozialausschusses bei einer Enthaltung der Stadtvertretung. Die Verwaltung erntete in der gemeinsamen Sitzung beider Ausschüsse am Dienstagabend durchweg Lob und Zustimmung für das vorliegende Konzept. Es wurde bereits 2016 angeregt und berücksichtigt nun alle Vorgaben der Politik zur Optimierung der Nachmittagsbetreuung.


Hortbetreuung lässt die Kosten steigen

Für die Eltern steigen die Kosten von 90 Euro (Nachmittagsbetreuung) auf bis zu 240 Euro (Gutverdienende) für die qualifizierte Hortbetreuung. Nach aktuellen Berechnungen wird die Hortbetreuung mit knapp 1,7 Millionen Euro an Personalkosten zu Buche schlagen. Die Offene Ganztagsschule wäre zwar mit gut 1,2 Millionen Euro 485.400 Euro günstiger gewesen. Die Politik hatte aber von Anbeginn der Diskussion auf „bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Betreuung in existenzsichernden Beschäftigungsverhältnissen“ bestanden: Das qualifizierte Hort-Personal begründet die höhere Summe. Vergütungen und Fördergelder sind hier noch nicht berücksichtigt.


Vertrag mit der Awo-Kita muss gekündigt werden

Eine Voraussetzung für die Umsetzung der Hortbetreuung wird an der Grundschule Tannenweg die Kündigung des Vertrages mit der Awo sein, die dort in Räumen der Stadt eine Kita betreibt. Diese Räume werden künftig für die Hortbetreuung gebraucht. „Wir werden Personal benötigen und freuen uns über jeden, der von der Awo zu uns kommt“, sagte Ordnungsamtsleiter Bernd Mahns. Das reichte Marlies Kröpke (SPD) allerdings nicht. Sie forderte eine Formulierung, die den Awo-Mitarbeitern Sicherheit für eine Fortbeschäftigung nach Kündigung des Kita-Vertrages gebe. „Wir werden die Mitarbeiter nicht abwerben. Schließlich werden wir als Investor schon bald eine neue Einrichtung am Holstenkamp gemeinsam mit der Awo als Betreiber gründen. Da sollten wir sie nicht verprellen“, unterstrich Bürgermeister Rainhard Zug.

Hoher Personalbedarf

Es könne keine Beschäftigungsgarantie geben, weil es sich nicht um eine Betriebsübernahme handele. „Aber wir haben einen sehr hohen Personalbedarf und jeder ist uns willkommen“, so Zug. In dem von der Stadtvertretung zu beschließenden Konzept wird nun eine Übernahme der Awo-Mitarbeiter begrüßt.

Petra Grüner (Grüne) dankte für das schlüssige Konzept der Verwaltung. Sie sei sehr froh über die Personalplanung, die nicht auf Minijobbern basiere. Sie regte zudem an, eine zusätzliche Gruppe für Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf mit maximal 15 Plätzen einzurichten und erntete Zustimmung. Auch Marlies Köpke freute sich über die Aussage von Bernd Mahns, dass es sich bei den verbleibenden sieben Minijobberstellen um solche für Schüler und Rentner handele, nicht aber für Erzieher.

Bernd Hengst (CDU) kritisierte die hohen Kosten. Petra Grüner konterte, die gute Betreuung werde auch den Standort Glinde interessanter machen. Die Entscheidung dafür sei sehr weitblickend.

Zurzeit besuchen 354 Schüler die Grundschule Tannenweg, 360 die Grundschule Wiesenfeld. Die Hortbetreuung wird montags bis freitags bis 16 Uhr angeboten. Bei Bedarf können auch Spätgruppen gegründet werden.

Wir freuen uns über jeden Mitarbeiter der Awo, der zu uns kommt.
Bernd Mahns