Stadtmittenkonzept

Wohnungen und Läden für das Glinder Zentrum

Brigitte Mattigkeit (l., ADFC) mit den Architekten Christiane Manke und Karsten Schwormsted.

Brigitte Mattigkeit (l., ADFC) mit den Architekten Christiane Manke und Karsten Schwormsted.

Foto: Imke Kuhlmann

Glinde. Der Rahmenplan für die neue Glinder Stadtmitte ist fast fertig. Noch vor der Sommerpause soll der Bauausschuss sich damit befassen.

Glinde. Rund 35 Bürger, Vertreter der Verwaltung sowie Architekten und Stadtplaner haben sich am Sonnabend im Festsaal des Glinder Bürgerhauses getroffen, um die Vorstellung der Ideen für die neue Ortsmitte zu verfolgen. Architekt Karsten Schwormstede fasste die bisherigen Wünsche der Glinder in einem Rahmenplan zusammen: Zum einen die Verkehrssituation mit einem zentralen Parkhaus und einer zweiten Bushaltestelle im Zentrum. Dazu mehr Wohnraum in der Stadtmitte und eine Stärkung des Einzelhandels für mehr Lebendigkeit im Zentrum.

Drittens geht es um den Engelspark sowie die Einbindung des ZOB. Zudem geht es um eine kinderfreundliche Ortsmittengestaltung, die bessere Anbindung an die Dorfstraße und eine Sichtbarkeit des nördlichen und südlichen Eingangs in das Zentrum durch architektonische Besonderheiten.

Mehrere Varianten

In zwei Umsetzungsvarianten wurde diesen Anforderungen Rechnung getragen. Das Einzelhandelsangebot soll erweitert und durch einen sogenannten Kundenhauptlauf optimiert werden. Das Wohnangebot im Zentrum kann ausgebaut werden. Mit einem zentralen Bushalt wäre eine Belebung des Marktplatzes zu erwarten. Innerhalb der Vorschläge gibt es Spielarten, die von der Vergrößerung der Fläche für Einzelhandel und Gastronomie (bis zu 5000 Quadratmeter) bis zu zusätzlichen 340 Wohneinheiten gehen. Das Dach einer neuen Tiefgarage mit rund 600 Stellplätzen könne als Sportplatz besonders für junge Menschen attraktiv werden oder als Fotovoltaikfläche dienen.

Die Forderung nach Verbesserung bei der Mobilität würde mit optimierten Radwegen, Bike-and-Ride-Parkplätzen oder dem Angebot von Car-Sharing umgesetzt werden. Eine Verbesserung des Nahverkehrs auch in den Abendstunden ist angedacht. Schmalere Fahrbahnen der Möllner Landstraße mit einem Kreisverkehr im Kreuzungsbereich Oher Weg/Sönke-Nissen-Allee würden den Straßenverkehr entschleunigen.

Gegen den Onlinehandel standhalten

„Wir müssen mit einer Vielfalt an Fassaden, Bepflanzung, Wasser, Höhenunterschieden und Sitzgelegenheiten eine Wohlfühlatmosphäre schaffen“, sagte Architektin Heather Weiler. „Wir müssen attraktiver werden und den Menschen in der Region ein Einkaufserlebnis bieten, das dem Onlinehandel standhalten kann“, ergänzte Bürgermeister Rainhard Zug. Ganz einfach wird das ganze Unterfangen nicht – die meisten Gebäude sind Privateigentum. „Wir möchten die Eigentümer mit dem Rahmenplan begeistern. Mit den ersten Eigentümern hat es bereits gute Gespräche gegeben“, so der Verwaltungschef.

Die Rahmenpläne werden nun mit Details fertiggestellt und sollen noch vor den Sommerferien in den Bauausschuss gehen. Wenn alles gut geht, kann Ende 2019 oder Anfang 2020 ein Beschluss fallen. Interesse von Investoren gebe es.