Platz für neun Firmen

Aus Gies-Kerzen-Standort wird ein Gewerbepark

Projektleiter Jeffrey Heller und Praktikantin Katharina Meyer bei einer Begehung.   

Projektleiter Jeffrey Heller und Praktikantin Katharina Meyer bei einer Begehung.   

Foto: Bluhm

Glinde. 53 Jahre lang hat die Firma Gies an der Möllner Landstraße Kerzen produziert. Nun entsteht dort Platz für Neues.

Glinde.  Im März 2020 wird das ehemalige Gelände von Gies-Kerzen, Am Zeugamt, kaum mehr wiederzuerkennen sein. Dann soll der gut 31.000 Quadratmeter große, einstige Produktionsstandort zum Gewerbepark „Beim Zeugamt“ um- und ausgebaut worden sein.

Umgesetzt wird das Projekt durch die in Glinde bekannte Beos AG, die bereits am Biedenkamp und an der Wilhelm-Bergner-Straße gemischt genutzte Gewerbeobjekte aus den Bereichen Büro, Produktion, Service und Logistik entwickelt hat und bewirtschaftet. Beos, Mitglied der Swiss Life Asset Managers, ist dabei Dienstleiter eines spezialisierten Immobilienfonds.

Kernzenduft noch da

„Wir haben die Immobilie im Dezember vergangenen Jahres übernommen. Sie wird entkernt, die überdachte Lkw-Straße zwischen der Produktionshalle und dem Hochregallager mit ehemaligen Fabrikverkauf wird noch zurückgebaut“, erläutert Projektleiter Jeffrey Heller und schnuppert in die riesige Halle. Auch wenn die Kerzenproduktion bereits 2017 eingestellt wurde, hängt der zarte Duft von Wachs noch in den Gemäuern.

„Zurzeit wären 12.000 Quadratmeter vermietbar, perspektivisch könnten es auch mehr werden, wenn entsprechendes Nachverdichtungspotenzial gehoben wird“, sagt er. Klar ist hingegen, dass die Goldbeck GmbH als Generalunternehmer die Sanierung und den Umbau der Immobilie Mitte April übernommen hat. „Es wird bis auf den Rohbau zurückgebaut. Die Fassade, das Dach und die Haustechnik werden neu gemacht. Im Zwischengeschoss der ehemaligen Produktionshalle werden die Büros und Sozialräume entstehen. Zudem wird es im Westen des Gebäudes einen Tiefhof geben, damit auch 40-Tonnen-Lkw anliefern können“, so Projektleiter Heller.

Gemischte Nutzung geplant

Ab März 2020 sollen hier sechs bis maximal neun Firmen ihr neues Zuhause gefunden haben. Die einzelnen Gewerbeflächen sind zwischen 200 und 300 Quadratmeter – etwa für Handwerker aus der Region – bis hin zu gut 2200 Quadratmeter groß, zum Beispiel für einen Großhandel. Alle Einheiten werden mindestens über Rolltore erreichbar sein. Auch Gies-Kerzen bleibt mit seiner Verwaltung vor Ort.

„Es geht bei diesem Standort auch um Nachhaltigkeit und um die Verdichtung der Fläche. Die Immobilie wird revitalisiert und gemischt genutzt. Es wird ein sehr attraktiver, citynaher Gewerbepark entstehen“, sagt Heller. Dabei werden mit einer Laufzeit von fünf Jahren auch ungewohnt kurze Mietzeiten möglich sein. Perspektivisch sollen hier 100 bis 150 Menschen Arbeit finden. „Das ist natürlich abhängig von der Nutzung“, sagt Heller, der das Investitionsvolumen im zweistelligen Millionenbereich ansiedelt.