Staupevirus in Glinde

Staupe: Hunde impfen und an der Leine führen

Jagdbevollmächtigter Siegmund Meyer musste drei an Staupe erkranke Füchse erlegen.

Jagdbevollmächtigter Siegmund Meyer musste drei an Staupe erkranke Füchse erlegen.

Foto: Susanne Tamm

Glinde. Die hochansteckende Virusinfektion Staupe ist im Stadtgebiet von Glinde nachgewiesen worden. Der Virus ähnelt der Tollwut.

Glinde.  Siegmund Meyer ist sauer. Der Glinder Jagdbevollmächtigte hat in den vergangenen fünf Wochen drei Jungfüchse von ihren Leiden erlösen müssen. Alle waren stark abgemagert und teilnahmslos. Das Tier, das er vor 14 Tagen schoss, übergab er dem Kreisveterinär Dr. Karlheinz Reisewitz zur Untersuchung. Diagnose: die hochinfektiöse Viruserkrankung Staupe.

„Die Krankheit taucht immer wieder unter Füchsen auf. 2016 und 2018 gab es in Schleswig-Holstein mehrere Fälle. Das ist für uns der erste in Stormarn in diesem Jahr“, sagt Dr. Reisewitz. Er weist darauf hin, dass sich sehr kranke Tiere eigentlich zurückzögen, um Ruhe zu finden oder zu sterben. „Deshalb muss man schon mit einer hohen Dunkelziffer rechnen. Wir können keine Zahlen nennen. Denn wir untersuchen natürlich nur, was uns verantwortungsvolle Jäger zur Untersuchung bringen.“ Er beschreibt die Symptome mit hohem Fieber, auch das Zentrale Nervensystem sei angegriffen. Die Staupeinfektion ähnele der Tollwut. Die Tiere verlören die Scheu, reagierten teilweise auch aggressiv. Schließlich litten sie unter Atemwegserkrankungen, die an Nasenausfluss zu erkennen seien.

Staupe nicht meldepflichtig

„Die Staupe ist zwar nicht meldepflichtig, aber trotzdem sollte man seinen Hund unbedingt impfen lassen. Wenn das jetzt noch nicht passiert ist, sollte sich der Hund nicht in gefährdeten Bereichen aufhalten und zwingend an der Leine geführt werden. Das ist ja jetzt in der Setz- und Brutzeit sowieso Pflicht“, ergänzt Dr. Reisewitz. Sei der Hund noch nicht geimpft, müsse zunächst eine Grundimmunisierung erfolgen.

Das dem Masernvirus ähnliche Staupevirus ist für Menschen nicht ansteckend. Hunde, aber auch Dachse, Wiesel, Marder, Waschbären, Frettchen und nicht zuletzt der Wolf stecken sich über Speichel, Kot, Urin, Augen- und Nasensekret an. Je nach Schwere der Infektion liegt die Sterblichkeitsrate zwischen 30 und 80 Prozent.

Infizierte Hundewelpen aus Osteuropa


„Ich bin echt sauer. Viele ansteckende Erkrankungen werden aus osteuropäischen Ländern eingeschleppt“, sagt Siegmund Meyer: „Die Menschen sind so unvernünftig. Sie kaufen zu junge, infizierte Welpen aus dem Kofferraum, weil sie billig sind. Dass die Tiere nur in den seltensten Fällen geimpft sind, interessiert die Leute gar nicht“, schimpft er. „Wenn das so weitergeht, haben wir auch bald wieder die Tollwut vor der Haustür.“ Aber er habe auch gehört, dass Leute ihre Hunde gar nicht impfen ließen. Das komme für ihn nicht infrage. „Das ist sparen am falschen Ende“, betont Meyer.