Brandschutzkonzept

Theater spielt im September wieder

Das Theoter ut de Möhl protestierte im März 2018, weil es aus dem Bürgerhaus ausgesperrt worden war – aus Brandschutzgründen

Das Theoter ut de Möhl protestierte im März 2018, weil es aus dem Bürgerhaus ausgesperrt worden war – aus Brandschutzgründen

Foto: Susanne Tamm / BGZ

Glinde. Bauarbeiten in den Vereinsräumen im Bürgerhaus lassen auf sich warten. Proben Festsaal.

Glinde.  Mehr als ein Jahr ist das Theoter ut de Möhl heimatlos: Im März 2018 hat Bürgermeister Rainhard Zug dem Laientheater die weitere Nutzung der Räume im Bürgerhaus aus brandschutztechnischen Gründen untersagt.

Die Sicherheit der Theatermitglieder war nach einer Überprüfung des Kreises nicht gewährleistet – und der Verein ohne Probenräume und Werkstatt quasi obdachlos. Neue Stücke konnten nicht eingeübt werden, lediglich die erfolgreichen und beliebten Weihnachtsmärchenvorstellungen hat das Laientheater mit viel Improvisationsgeschick auf die Bühne bringen können.

„Wir sind zuversichtlich, dass das Ende bald in Sicht ist, wir spätestens im Spätherbst unsere Räume wieder beziehen können“, sagt der Vereinsvorsitzende Wolfgang Pohlmann. Das ist später als gedacht, denn der Kreis hat als Aufsichtsbehörde die Auflagen für den Brandschutz noch einmal erhöht. Unter anderem soll die Deckenhöhe in allen Kellerräumen auf 2,40 Meter angepasst und eine Lüftungsanlage eingebaut werden. Zudem ist ein Nottreppe auf der Rückseite des Bürgerhauses im Gespräch.

Verein muss sich von 500 Kostümen trennen

Noch haben die Bauarbeiten nicht begonnen, vorbereitet aber sind sie. Das Theoter ut de Möhl hat seine Räume bereits so gut wie leer geräumt und dabei seinen umfangreichen Fundus stark reduziert. In den vergangenen 30 Jahren der Vereinsgeschichte und rund 100 gespielten Stücken ist da einiges zusammengekommen.

Pohlmann schätzt die Zahl der Kostüme auf gut 600 Stück. Getrennt haben sich die Mimen jetzt von rund 500 – ein paar gingen an die Grundschule Wiesenfeld, der Großteil aber landete als Spende bei der Awo und im Altkleidercontainer. Da sei bei der Durchsicht schon ein wenig Wehmut aufgekommen, sagt Pohlmann. Standardkostüme wie Polizist oder Feuerwehrmann habe das Ensemble natürlich behalten. Sie werden nach Bedarf von der Schneiderin geändert.

Einige der Kostüme werden die Mimen spätestens für das neue Stück brauchen. Das wollen sie nach eineinhalb Jahren Zwangsspielpause im September wieder auf die Bühne bringen – wenn alles nach Plan läuft. Die Proben haben begonnen, jeden Mittwochabend treffen sie sich auf der Bühne im Festsaal.

Fans müssen sich mit einem Stück begnügen

Auch der fünfköpfige Bautrupp hat bereits begonnen, das neue Bühnenbild zu bauen, im Keller eines Mitglieds. Wie die plattdeutsche Komödie heißt, verrät Wolfgang Pohlmann noch nicht. Nur soviel: „Wir müssen unbedingt spielen, uns fehlen sonst die Einnahmen, mit dem wir das Weihnachtsmärchen im Dezember vorfinanzieren.“

Fans des plattdeutschen Theater müssen sich für dieses Jahr mit diesem einen Stück begnügen. Auch beim Marktfest im Juni wird das Theater nicht wie üblich am eigenen Stand Wein ausschenken, sondern lediglich Infos verteilen. „Logistisch ist ein eigener Weinstand während des Umbaus für uns nicht machbar“, sagt Pohlmann.

Im neuen Jahr aber, wenn das Brandschutzkonzept endlich realisiert ist, will sich der 74 Mitglieder zählende Verein wieder voll und ganz ins Theaterspiel stürzen. „Mein Ensemble kann es kaum erwarten, dass es endlich wieder los geht“, sagt Pohlmann.