Fund der Säuglingsleiche

Polizei startet zweite Plakataktion zu „Leander“

100 Hinweise gingen nach dem ersten Fahndungsaufruf bei der Polizei ein. Der entscheidende war bislang nicht darunter. Auch anonym können Hinweise abgeben werden.

100 Hinweise gingen nach dem ersten Fahndungsaufruf bei der Polizei ein. Der entscheidende war bislang nicht darunter. Auch anonym können Hinweise abgeben werden.

Foto: Susanne Tamm

Auch drei Wochen nach dem Fund der Säuglingsleiche ist die Identität des Jungen ungeklärt. Die Polizei startete jetzt eine zweite Plakataktion.

Glinde.  Mehr als 100 Hinweise sind laut Staatsanwaltschaft Lübeck seit der ersten Plakataktion bei der Polizei eingegangen. „Doch keiner war so entscheidend, dass die Identität und Herkunft der männlichen Säuglingsleiche ermittelt werden konnte“, sagt Staatsanwältin Dr. Ulla Hingst. Den toten Säugling hatten Schüler bei einer Müllsammelaktion vor drei Wochen, am 22. März, im Gellhornpark unweit des Schulzentrums entdeckt.

Um die Herkunft von Leander, wie die Ermittler die sieben Monate alte Frühgeburt genannt haben, zu klären, starteten sie gestern eine weitere Plakataktion. In Straßenzügen, die an den Fundort angrenzen, in Hauseingängen, an Bushaltestellen und Stromkästen in Kitas und Schulen haben sie Fahndungsplakate aufgehängt. Sie bitten um der Mithilfe der Bevölkerung.

Gesucht wird eine Frau, auch aus der näheren Umgebung, die im Laufe der letzten Monate körperliche Veränderungen wie starke Gewichtszunahme und -abnahme durchgemacht hat. Beides könnte auf eine Schwangerschaft und Geburt hindeuten. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Mutter von Leander aus einer Notsituation heraus gehandelt haben könnte und Hilfe benötigt, möglicherweise schon Kinder hat und in einer Partnerschaft lebt.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Lübeck unter (04 51) 131 46 04 entgegen. Anonyme Hinweise können im Internet gegeben werden: www.sh.hinweisportal.de.