Bauausschuss

Vordach am Bügerhaus soll 62.500 Euro kosten

Durch die glatte Fassade treten Besucher des Bürgerhauses beim Hinausgehen direkt in den Regen.

Durch die glatte Fassade treten Besucher des Bürgerhauses beim Hinausgehen direkt in den Regen.

Foto: Susanne Tamm

Glinde. Politiker votieren für die teuerste Dach-Variante. FDP kritisiert Kosten und hofft auf andere Entscheidung in der Stadtvertretung.

Glinde.  Eigentlich sollte bereits 2007 bei der Sanierung der Fassade des Bürgerhauses in Glinde ein Vordach mitinstalliert werden. Was damals im Finanzausschuss scheiterte, ist viele Jahre und viele Diskussionen später nun im
Bauausschuss einen großen Schritt voran gekommen.

Mit einer knappen Mehrheit der Stimmen votierte der Ausschuss für die teuerste von vier zur Wahl stehenden Varianten: ein Dach mit 8,77 Meter Breite und 3,56 Meter Tiefe, das von vier Stützen getragen wird. Kosten: rund 62.500 Euro – ohne die Honorare für Architekten und Ingenieure. Verworfen wurden damit zwei weniger tiefe und breite Dächer ebenfalls mit vier Stützen sowie ein kleineres Dach mit nur zwei Stützen.

CDU zufrieden mit Entscheidung

Die günstigste Variante hätte die Baukosten um rund 11.000 Euro reduziert. Im Haushalt stehen für das Projekt bereits 85.000 Euro bereit. Zustimmen muss jetzt nur noch die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am 28. März.

„Wir sind froh, dass das nun so beschlossen wurde“, sagt der Vorsitzende des Bauausschusses Stefan Nowatzki (CDU), der eine „heftige Diskussion“ moderieren musste. FDP und Grüne stimmten gegen den Antrag, ebenso ein Ausschussmitglied von der SPD.

Nowatzki selbst hält die Entscheidung für richtig. „Gefühlt hat jedes Gebäude in Glinde ein Vordach“, sagt er. Daher sei es auch wichtig, dass das Bürgerhaus etwas Vernünftiges bekomme. Er habe außerdem immer wieder entsprechende Wünsche gehört, sei es vom Stadtmarketing, von Vereinen oder Beiräten. „Gerade für Rollstuhlfahrer ist ein Dach hilfreich“, meint Nowatzki. Nachdem die Diskussion nun bereits im Bauausschuss hochkochte, rechnet er damit, dass der Beschluss in der Stadtvertretung die nötige Mehrheit ohne größere Diskussionen findet.

FDP kritisiert hohe Kosten

Auf das Gegenteil hofft indes Thomas Kopsch, Fraktions- und Ortsvorsitzender der FDP. „Wir sind grundsätzlich nicht gegen ein Dach“, sagt Kopsch. Die Summe sei jedoch „unangemessen hoch“. Außerdem befürchtet er, dass es am Ende nicht bei den derzeit veranschlagten Kosten bleibe: „Bei der Sanierung hätte es das Dach noch für 16.000 Euro gegeben, dann waren es 30.000, dann 50.000 und jetzt 85.000 Euro.“ Der Gegenvorschlag der FDP: „Für einen Teil des Geldes hätten kleine, aber sofortige Verbesserungen der Radwegesituation erreicht werden können“, sagt Thomas Kopsch.